Freitag, 5. August 2016

Es wird immer besser

Mein momentane Form erstaunt mich schon sehr. Noch vor einer Woche war ich im Spital, völlig am Boden zerstört und die Laufsaison war ziemlich gefährdet (der Arzt sagte am Telefon, es wird lange dauern bis ich mich davon erholt habe). Heute geht es mir so gut wie schon lange nicht mehr. Es tut gar nichts weh und ich erreiche wieder Trainingswerte, die ich lange nicht mehr gesehen habe. Meinen Tempodauerlauf heute hätte ich mit 3:40 min/km laufen sollen. Am Anfang war das Tempo etwas schneller, nahm dann etwas ab und den letzten Kilometer bin ich wieder in 3:36 gelaufen. Erst beim Auswerten ist mir aufgefallen, dass die 3:36 nicht die End-Pace sondern die Durchschnitts-Pace über die ganze Belastung war. Genial, vor allem wenn man berücksichtigt, dass die Strecke nicht flach war, es einige Richtungswechsel gab und ich zweimal überlegen musste, wo ich durchlaufen soll. Jetzt bin ich gespannt, welche Zeiten ich an einem echten Rennen schaffe.

Dienstag, 2. August 2016

Es geht mir wieder gut

Bis Sonntag musste ich die Antibiotika schlucken. Ich habe mir vorgenommen, bis dahin nicht zu Laufen. Am Montag habe ich eine vorsichtige Runde zusammen mit Tim gemacht. Alles gut gegangen. Im Gegenteil, ich habe über die Sprungkraft auf den ersten Meter gestaunt. Sonst brauche ich immer etwas Anlauf bis es richtig läuft.

Heute habe ich ein lockeres Bahntraining absolviert (4x1600m) und bin bei jeder Belastung problemlos unter der Zielvorgabe geblieben. Es scheint also noch alles zu funktionieren. Schmerzen hatte ich keine und bereits nach dem Einlaufen ist das Ödem am Fuss deutlich zurück gegangen.

Etwas erschrocken bin ich aber der Anzeige auf meiner neuen Pulsuhr. Sie kann auf irgend eine Weise die Erholung bewerten. Obwohl ich jetzt lange nicht mehr gelaufen bin bzw. gestern nur ein kleiner Spaziergang gemacht habe, sollte ich eigentlich top erholt sein. Trotzdem hat die Uhr die Erholung mit "ausreichend" bewertet. Es scheint so, als sei ich doch noch nicht zu 100% auf der Höhe. Ich nehme es ernst und werde sicher die nächsten Tag entsprechend sorgfältig trainieren. Ich werde zum Beispiel auf den extrem holprige Küstenweg verzichten, damit ich nicht einen Misstritt oder so mache.

Meine Erinnerungen an den Spitalaufenthalt

Meine Erinnerungen an den Spitalaufenthalt in Gijon möchte ich mir für später festhalten. Auch wenn ich auf die gesundheitlichen Problem gerne verzichtet hätte, die dazu geführt haben, hat mir das ganze auch eine wertvolle Erfahrung und einen Einblick in eine mir bisher nicht so bekannte Welt gebraucht. 

Wie es angefangen hat
Meine gesundheitlichen Problem haben am Morgen mit starken Muskelschmerzen begonnen. 
Zuerst nahm ich an, dass ich mich nur unwohl fühle weil ich am Abend zuvor etwas zu viel gegessen und getrunken habe. Wobei die Mengen waren nicht aussergewöhnlich und das Bisschen Wein und Sidra sollten sich eigentlich nicht so stark auswirken. Allerdings war ich kurz nach meinem Dienstagmorgen Training noch mit Tim und seinem Kollegen etwas joggen gegangen, wobei es war mehr ein Gehen als ein Laufen. Am Nachmittag am Strand ging dann noch ständig ein  kühler Wind, also sehr gut möglich, dass ich mir auf diese Weise eine Erkältung geholt habe. Nach dem ich 38,7 Grad Fieber gemessen hatte, war die Erklärung klar und ich kaufte mir ein übliches Grippemittel. Was mir allerdings nicht gefiel, waren die stark angeschwollene Drüse beim linken Schambein. Das hatte ich so noch nie. Marimar hat das Ganze einem befreundeten Arzt aus der Schweiz erzählt und der hat gemeint, das es vermutlich eine starke Infektion sei und ich so schnell wie möglich ins Spital gehen soll um die Blutwerte prüfen zu lassen. Das Antwort-SMS von Marimar habe ich leider erst um 19:00 Uhr gelesen, mich aber sofort auf den Weg ins ins Ambulatorium gemacht. 

Einweisung ins Spital
Im Ambulatorium haben sie gleich zu Dritt eine Voruntersuchung vorgenommen und mich relativ schnell ans örtliche Spital für einen Bluttest weiter gleitet. Mit dem Taxi losgefahren, waren wir etwas um 20 Uhr im Spital. Wie das Leben so spielt hatte ich natürlich meine Krankenkassenkarte zu Hause vergessen. Deshalb war die Aufnahme etwas mühsam, sie hat aber am Schluss ohne Vorwände geklappt. Nachdem ich im Spital noch einmal die ganze Krankengeschichte erzählt hatte, kam ich ins blaue Wartezimmer. Schnell war klar, dass es das Wartezimmer der unkritischen Fälle war. Wir mussten deshalb noch einmal ein Stunde warten bis ich endlich ins Notfallzimmer kam. Tim durfte mich ab diesem Zeitpunkt nicht mehr begleiten und musste im öffentlichen Raum warten. Im Notfallzimmer wurde ich von einer Assistentin ein weiteres Mal in allen Details befragt. Dann hat sie endlich die Blutuntersuchung angeordnet und nach einer weiteren Stunde wurden mir fünf Fläschchen Blut genommen. Die Untersuchung des Bluts dauerte eine weitere Stunde. Zu diesem Zeitpunkt dachte ich, dass eine Stunde möglicherweise die kleinste Zeiteinheit im Spital ist. Tim wartete immer noch draussen und ich machte mir Sorgen weil er noch nicht richtig gegessen und geduscht hatte. 

Erste Ergebnisse
Endlich wurde ich über die Ergebnisse der Blutuntersuchung informiert. Dazu stand ein ganzer Ärztestab um mein Bett. Eine Ärztin, die vermutlich etwas höher gestellte war als die anderen, hat die Assistentin zusammen gestaucht, weil sie nicht daran gedacht hatte, ebenfalls auf eine mögliche Trumbose zu untersuchen. Sie klärte mir, dass ich jetzt noch eine Ultraschalluntersuchung machen müsse. Nun war klar, dass ich wohl die ganze Nacht im Spital bleiben werde. Obwohl nicht erlaubt, konnte ich Tim per SMS informieren, dass er doch lieber nach Hause gehen soll. 
Die Ultraschalluntersuchung hatte einen ganz besonderen Reiz. Ich bin noch nie von einer so hübschen Ärztin untersucht worden. Es kam sogar noch besser. Zur Sicherheit hat sie eine weitere Kollegin für eine Zweitmeinung beigezogen und die war noch einmal etwas hübscher. So ein Glück! Im Augenblick wusste ich nicht mehr wohin ich schauen soll. 

Nun zum Spezialisten
Weil das Ultraschall nichts Aussergewöhnliches hervor gebracht hat, gab es eine weitere Blutentnahme und noch einmal ein langes Warten. Jetzt kam ein Gefässspezialist und befragte mich mit gebrochenem Englisch nach allen möglichen Sachen (z.B. Drogen, sexuelle Orientierung :-) ). Damit er gut vorbereitet war hat er sich zuerst die wichtigsten Fragen zusammen gegoogelt und notiert. Er frage mich „los wegg?“ Nicht verstanden. Da zeigte er mir seine Notizen. Aha, „Loose weight?“ alles klar! 
Als Befund hat mir der Spezialist erklärt, dass es vermutliche eine Zellulitis sei und ich bis am anderen Tag im Spital bleiben muss, damit sie noch ein CT machen können, um eine Knochenentzündung als Ursache auszuschliessen. Über die Nach wurde ich zweimal mit einer Superladung, mit zwei verschiedenen Antibiotikas, intravenös versorgt. Das CT anderntags ging sehr rasch und bereits um 12:30 Uhr wurde ich mit der Diagnose Zellulitis aus dem Spital entlassen. 

Positiv gesehen
Man versucht das Ganze immer auch etwas positive zusehen. Ich hatte noch nie die Möglichkeit eine Spitalbetrieb so direkt zu erleben und wirklich ganz schlecht ging es mir ja nicht. Sie haben mich resp. mein Bett aus Platzgründen immer wieder an einen anderen Ort verschoben. Dadurch hatte ich eine gute Übersicht über die Einrichtung und das Geschehen. Zuerst hat man das Gefühl es stehen alle nur rum und keiner machen etwas. Bis das Alarmsignal für einen Notfall losgeht. Erstaunlich mit welcher Geschwindigkeit alles vorbereitet und eingerichtet wird (bei jedem Alarm wusste ich allerdings auch, dass ich jetzt noch einmal etwas länger im Spital bleiben muss). Dann ist mir im ganzen Spital auch der extrem freundliche, fast familiäre Umgang mit den Patienten aufgefallen. In der Schweiz ist das viel sachlicher und formeller. Ich wurde von allen mit Martin angesprochen. Wohl verstanden, Martin betont wie in der Schweiz nicht wie in Spanien ausgesprochen. Der Gefässspezialist, er ist viel jünger als ich, hat mir freundschaftlich auf die Schultern geklopft und gemeint: das kommt schon gut. Freundlich gemeint und überhaupt nicht jovial. Mir ist dann auch aufgefallen wie umsichtig sie meinen Zimmernachbarn umsorgt hatten. Javi, war ein schwerer Fall und sah sehr heruntergekommen aus. Ich habe nur etwas von Methadon und so mitbekommen. 
Einzig das Frühstück war sehr sparsam und fürs TV hätte man pro Tag 2.80 Euro bezahlen müssen und mit Fussball sogar 9 Euro. Darauf angesprochen hat eine (hübsche) Krankenpflegerin mit einem Lächeln gemeint, dass es Spanien halt nicht so gut geht. Bei der Pflege merkt man aber nicht viel davon. Ich hatte den Eindruck, dass die Untersuchen sehr sorgfältig und gewissenhaft gemacht wurden und man wirklich alle Möglichkeiten betrachtet war. Mein „Eintrittstor“ die sie Bakterien war eine grössere aber nicht riesige Blase am Zehen. Ich hatte gar nicht mehr daran gedacht. Den Ärzten ist sie sofort aufgefallen. Auch dass ich mir die Beine rasiert hatte, was übrigens auch ein mögliches Eintrittstor gewesen sein könnte. 

Ein paar Tage später
Die Schwellung am Fuss ist bereis deutlich zurück gegangen und ich kann schon wieder normale Schuhe tragen (war nicht mehr möglich). Schmerzen habe ich keine und heute Abend habe ich die letzte Tablette genommen. Wenn es morgen immer noch gut geht, wage ich eine ganz kleine Jogging-Runde.
Was mich beschäftigt ist die Tatsache, dass eine Blase, wie sie halt mal vorkommen kann, auch wenn jemand nicht viel Sport macht, zu so erheblichen Problemen führen kann. War es einfach zur „falschen Zeit am falschen Ort“ oder war ich zu unvorsichtig. OK, mit dieser Blasengrösse hätte ich viel vorsichtiger sein sollen und sie besser desinfizieren und überhaupt nicht ins Meer gehen sollen. Aber es könnte ja auch nur eine Miniwunde sein, die man gar nicht so richtig sieht, die als Tor genügt. 


Donnerstag, 28. Juli 2016

Zurück auf Feld Eins :-(

Im Moment durchlebe ich das Auf und Ab des Lebens. Am Dienstag bin ich auf der Bahn trainieren gegangen und habe meine Zeitvorgaben für 800m gleich um 10 Sekunden unterboten (9 mal nacheinander). Ich fühlte mich so fit wie schon lange nicht mehr, quasi auf dem Höhepunkt. Ein Tag später liege ich im Spital und kann das Laufen für weiss Gott wie lange abhaken. Ich habe mir eine Zellulits geholt und mein Fuss ist geschwollen wie ein Ballon (Zellulitis ist eine bakterielle Entzündung und hat nichts mit dem zu tun, was machen Frauen an den Beinen haben). Die Untersuchungen im Spital dauerten fast die ganze Nacht. Zum Glück haben sie alles sehr sorgfältig untersucht und abgeklärt. Noch im Spital habe ich eine Superladung Antibiotika intravenös erhalten. Heute konnte ich das Spital zum Glück wieder verlassen. Die Ursache für die Zellulitis ist fast erschreckend. Ich hatte eine kleine Blase am Zehen. Schon etwas grösser, aber das ist man sich ja gewohnt. Wie immer gekonnt geöffnet, aber leider war das Tor für die Bakterien geöffnet. Jetzt weiss ich nicht, wie lange ich mit dem Klumpfuss herumlaufen muss. An joggen ist nicht zu denken und fürs tägliche Leben musste ich mir extra Sandalen kaufen.



Freitag, 22. Juli 2016

Eine grosse Ehre

Heute ist mir gleich zweimal eine grosse Ehre widerfahren. Zuerst habe ich eine Einladung für den Greifenseelauf erhalten. Ich mag dieses Rennen und in diesem Jahr ist es sogar eines meiner Hauptziele. Umso mehr habe ich über die Einladung gefreut und natürlich hoffe ich, mich mit einer tollen Leistung bedanken zu können.
Die zweite Ehre heute, ist in eine kleine Geschichte eingepackt: Ich habe meinen Tempolauf absolviert (mit Steigung) und bin danach am Strand noch etwas ausgelaufen (5km im Sand). Als ich mich auf den Weg nach Hause machen wollte, hat mich ein älterer Spanier angesprochen. Er wollte mit mir über die Spanische Leichtathletikmeisterschaft sprechen, die ab morgen hier in Gijon statt findet. Als ihm bewusst wurde, dass ich nicht von von hier bin, hat er mir alles schön erklärt und hat gesagt, dass sein Sohn der grosse Favorit ist (ich muss noch herausfinden in welcher Disziplin) und dass sein Sohn auch in Amsterdam dabei war, dort aber einen Fehlstart verursacht hatte. Eine grosse Ehre, der Spanier hat mich ziemlich sicher angesprochen, weil er mich für einen Topp-Athlet gehalten hat (bin ich ja auch ein ganz klein wenig ;-) ). Da sein Sohn EM-Teilnehmer war, wird sich der Vater schon etwas auskennen. Ich bin jedenfalls schon etwas stolz darüber und werde morgen beim Training noch einmal mehr auf die Tube drücken. Und versuche natürlich noch herauszufinden welchem Athleten ich die "Blumen" zu verdanken habe.

Mittwoch, 20. Juli 2016

Es macht wieder Spass

Diese Woche habe ich wieder grosse Fortschritte gemacht. Die Füsse schmerzen praktisch nicht mehr (nur noch ein leichtes Taubheitsgefühl in den Zehen des rechten Fuss) und ich kann wieder mit richtig viel Power Vorfuss laufen. Ich hatte bereits vergessen wie gut sich das anfühlt. Die Kraft für diesen Laufstil fehlt noch etwas, aber das lässt sich trainieren. 
Seit kurzem laufe ich wieder vermehrt zweimal pro Tag. Mein Sohn hat das Laufen wieder entdeckt und wir laufen etwas eine Stunde in einem bereits ansehnlichen Tempo. Wenn es so weiter geht muss ich mich bald warm anziehen damit ich noch mit mag. Natürlich motiviert mich das gemeinsame Training und die Sprints gegen ihn sind sind eine grosse Herausforderung. Ehrlich gesagt, ich mag nicht annähernd mithalten. Er war ja während der Schulzeit ein hervorragender Sprinter und das merkt man halt immer noch. 

Montag, 11. Juli 2016

Radtour um den Thunersee



Die Radtour von Bern aus um den Thunersee inklusive Beatenberg bin ich früher, zu Rennfahrerzeiten, regelmässig gefahren. Diese Jahr wollte ich es nach langer Zeit wieder einmal wissen. Gestern Sonntag war eine gute Gelegenheit dazu. Ich hatte nur einen langsamen Longjogg auf den Programm, den ich gut durch eine Radtour ersetzen konnte, und das Wetter war wirklich prächtig (vielleicht etwas zu heiss).


Für einen Radsportler ist die Distanz von 136km keine grosse Sache. Ich bin es mir nicht mehr gewohnt so lange auf dem Velo zu sitzen und habe mich deshalb entschlossen über die etwas langweiligere Hauptstrasse bis Thun zu fahren und möglichst auf die Hügel zu verzichten. Bis Gunten lief alles ganz glatt und auch der Aufstieg über das Grön bis Beatenberg hatte ich problemlos geschafft. Der Aufstieg ist wirklich sehr schön mit Blick auf die Berneralpen. Der Hammer ist aber die Abfahrt von Beatenberg nach Interlaken. Für mich eine der Besten. Die Strasse ist sehr übersichtlich und man kann richtig runter rasen. Die Autos haben keine Change.


Gleich beim Verlassen von Interlaken ahnte ich Schlimmes. Der Grund für mein lockeres Fahren war ein starker Wind, der mir jetzt die ganze Stecke bis nach Hause entgegenblasen wird. Und, es war noch weit. Nach Hause habe ich es über glücklich auf dem letzten Zacken geschafft. Das Tempo war mir völlig egal. Einfach nur „überleben“ J. Dreimal musste ich das Bidon an einem Brunnen nachfüllen und war trotzdem dehydriert. Dann musste ich auch zweimal anhalten weil ich Krämpfe in den Füssen hatte. Das war schon früher so: bei so grosser Hitze mit den engen Radschuhen scheinen die Füsse nach 5 Stunden Fahrt zu exponierteren.  


Auf der einen Seite habe mich gefragt, wieso tust Du Dir das an, hast Du nichts Besseres zu tun. Auf der anderen Seite war es super, wieder einmal eine längere Radtour zu machen.