Sonntag, 10. Mai 2026

GP Bern als Tourist

Aktuell trainiere ich immer noch mehrmals pro Woche, aber nur noch "just for fun" nicht mehr auf Wettkämpfe ausgerichtet. Ich laufe sowieso keine Rennen mehr ... ausser der GP. Die ganze Stimmung am GP ist schon etwas Besonderes. 

Obwohl sehr früh ausverkauft konnte ich mir nachträglich noch einen Startplatz sichern. Zielzeit so zwischen 1:20 - 1:30 Stunden. Das heisst Startblock E2 also weit hinten.  Ich konnte mir so selber etwas den Druck nehmen und die Versuchung umgehen, mich an früheren Zeiten zu Orientieren. 

Block E, da ist man bei den Joggern, untrennbaren Pärchenläufer und die meisten, die Ihre Leistungsfähigkeit falsch einschätzen. Ich war vermutlich der einzige "Spitzenläufer" in diesem Block. Das schöne, man ist immer auf der Überholspur. Wobei in der Realität sah das so aus, dass ich oft zum Vorbeilaufen "anstehen" musste und die Läufer waren extrem unberechenbar. Plötzlich stehen bleiben gab es sehr oft, ein Chaos an den Trinkstellen und wehe am Strassenrand waren Freunde oder Bekannte, da wurde plötzlich die Richtung gewechselt. 

Vor dem Start und dann auch noch einmal beim Zytglogge wurde ich sogar persönlich von den Speakerinnen erwähnt "in diesem Startblock ist Martin Kühni aus Kirchlindach". Tolle Überraschung, hätte ich niemals erwartet, aber irgendwie doch sehr schön. 

Beim Rennen musste ich vor allem am Anfang extrem darauf achten, dass der Puls nicht in den roten Bereich schiesst. Dass heisst nicht über 130. Das eigentliche Problem war nicht der Puls sondern die, wegen dem Asthma reduzierte Atmungsfähigkeit. Weil der Puls etwas schneller reagiert als die Atmung war es einfach über den Puls zu steuern. Die Puls-Uhr war da eine echte Hilfe.  

Für mich war faszinieren, dass ich technisch immer noch in der Lage bin, wirklich schnell zu laufen. Das ist bei den Überholmanöver aufgeblitzt. Leider ging dann auch gleich die Atmungsfrequenz rauf und ich musste wieder drosseln. Trotzdem ein tolles Gefühl. 

Beim berühmt-berüchtigten Aargauerstalden musste ich wieder auf die Atmung achten und habe nochmals etwas Zeit liegen lassen. 

Mit 1:16:14 bin ich eigentlich zufrieden. Vor allem wenn man von meiner Einschätzung von 1:20 ausgeht. Das es anstrengend war, habe ich danach zu Hause gespürt. Ich konnte nicht mal mehr richtig vom Sofa aufstehen. 




Sonntag, 18. Januar 2026

Langlaufferien im Goms

 Toni hat gemeint, ich soll wieder einmal etwas in den Blog schreiben. Meine Langlauf-Ferien sind eine gute Gelegenheit dazu und es ist schön, einmal nicht von Verletzungen zu schreiben. 

Weil im Hotel ausser in dieser Woche nichts mehr frei war, musste ich die Ferien in die zweite Arbeitswoche des Jahres legen. Ich war auch nahe daran abzusagen, weil es anfangs Jahr nur sehr wenig Schnee hatte. Dann diese Prachtswoche. Bei der Anreise hat es noch geschneit wie verrückt und als ich auf die Loipe ging hat bereits die Sonne gelacht. Sonne dann mehr oder weniger die ganze Woche. Für mich der Hammer weil ich quasi "solargetrieben" bin (bei Sonne bin ich viel leistungsfähiger. Im Gegensatz dazu bei Bise, da läuft ausser der Nase nichts mehr). 

Während dem Jahr trainiere ich nicht speziell fürs Langlaufen. Und mit den Schultern mache ich als Bürogummi sowieso nicht viel. Kein Wunder, dass nach den ersten Trainingstage alle Muskeln schmerzen und ich es fast nicht mehr schaffe, das Leibchen auszuziehen. Geschweige die steile Treppe im Hotel hoch zugehen, sie wird fast zum unüberwindbaren Hindernis. 

Inzwischen habe ich mich damit abgefunden, dass es körperlich nicht mehr so schnell geht. Nicht nur das Tempo. Ich brauche länger um fit zu werden resp. zu bleiben. Nach Trainings brauche ich länger um mich zu erholen und wirklich rennmässig laufen geht auch nicht mehr, zu gross das Verletzungsrisiko. Wieso erzähle ich das? Weil in den Langlaufferien etwas passiert ist, dass ich nicht mehr für möglich gehalten hätte. Wieder zurück zu den Schultern. In Steigungen geht es beim Langlaufen nicht ohne kräftigen Armeinsatz. Auch beim Gleiten helfen die Arme die Gleitphase zu verlängern, man wird schneller. Am Anfang der Woche musste ich meine Arme noch schonen. Ich hatte sogar Angst eine Schleimbeutelentzündung oder etwas ähnliches zu holen. Und dann das, ich konnte innerhalb einer Woche mit täglich 35 - 47 km und einer schweren Überbelastung die Kraft in den Armen so verbessern, dass ich sogar Abschnitte im Doppelstock und lange Phasen im 1:1 laufen konnte (1:1 = Armeinsatz bei jedem Schritt / links - rechts). Ich hätte nicht erwartet in meinem Alter so Kraft aufbauen zu können. Jetzt geht es weiter. Mein Ziel, auch in den Sprunggelenken wieder Kraft aufzubauen. Und dann sollte auch das Joggen wieder schneller gehen.