Was für ein Wahnsinns-Samstag. Dass ich an der
10km-Schweizermeisterschaft den Titel in der Kategorie M50 hole und dies
gleich
mit einer neuen fabulösen PB hätte ich nicht zu träumen gewagt. Mit
Blick auf
die starke Konkurrenz und in Gedanken noch bei den müden Beinen vom
Kerzerslauf, war ein Platz auf den unteren Stufen des Podest das Höchste
was ich
erwarten durfte. Eine Zeit um 34 Minuten hatte ich angepeilt. Lieber
nicht viel
darüber.
Wenigstens war das Wetter nicht schlecht, auch wenn es für meine
Verhältnisse immer noch recht kalt war. Ich glaube ich war der einzige, der
ganz dicke Handschuhe trug.
An der 10km-SM hat es bekanntlich immer ein sehr gutes Teilnehmerfeld. Da
sind neben den Strassenläufer auch Leichtathleten und Spitzentriathleten am
Start. Ich wollte die schnellen Jungs und Girls nicht behindern und
begnügte mich mit der zweiten Startreihe. In meiner Kategorie zählt ja allemal
die Nettozeit.

Achtung, fertig, los – hoppla: ich war beim Start in Mitten von Joggern
eingeklemmt und kam auf den ersten Kilometer fast nicht vom Fleck. 12 Sekunden Rückstand
auf meine Konkurrenten nach der ersten kleinen Runde war viel. Bloss nicht die
Nerven verlieren. Ich spürte, dass ich mit jedem Kilometer etwas näher komme
und wenn ich Glück habe reicht es sogar zum Einholen. Es kann ja sein, dass der eine
oder andere sich übertan hat und noch eine Schwäche einfährt. Leider keine
Schwächen, es dauerte bis zum letzten Kilometer bis ich mit Markus Gerber
meinen härtesten Gegner eingeholt hatte. Mit dem Vorteil des Aufholenden konnte
ich bis ins Ziel noch ein paar Sekunden gut machen. Ein toller Finish nach der
kräftezerrenden Aufholjagt. Beim Blick auf die Uhr konnte ich es fast nicht
glauben. Ich habe gleich um eine halbe Minute eine neue PB aufgestellt. Wahnsinn.
Vor allem wenn ich daran denke, wie locker und entspannt es mir gelungen ist.
Kein verbissenes Kämpfen und sogar mit etwas Reserve.
Was genau für die riesen Steigerung verantwortlich ist, kann ich nicht
sagen. Vermutlich von allem etwas. Da sind die neuen Adidas Takumis die mir
einfach perfekt passen und die sind höllisch schnell. Für mich eine
Wunderwaffe, die ich im Herbst sogar für einen Marathon ausprobieren möchte.
Dann habe ich vor dem Rennen wieder mein Sushi-Reis gegessen. Von der Verträglichkeit
einfach perfekt.
Den Muskelkater und das
harte Training der vorhergehenden Woche konnte ich mit meiner Triggerpoint-Rolle
wegwalzen. Es hat einfach alles gepasst.
Was dieses überraschende Resultat jetzt für den kommenden Marathon bedeutet,
ist schwer zu sagen. Es gibt mir
Zuversicht, dass ich auf Plan bin und dass ich
ein gutes Rennen laufen kann. Ich werde aber deshalb meine anvisierte Zielzeit
nicht ändern.
Kommentar zum Foto: Als ich noch Radrennen fuhr, zeigt uns der Trainier ein Foto eines 100m-Sprinter um zu zeigen, dasss die Gesichtsmuskulatur immer schön locker sein muss. Ich habe es zu Herzen genommen. Dafür sehen meine Fotos einfach versch... aus.