Samstag, 18. März 2017

Kerzerslauf 2017

Ich hätte nicht gedacht, dass ich so schnell wieder etwas in meine Blog schreibe. So schnell? Der letzte "seriöse" Eintrag ist bestimmt schon ein halbes Jahr her. Ich hatte eine sehr grosse Krise und war innerlich bereist entschlossen, mit den Rennen aufzuhören. Echt war und keine Floskel in schlechten Zeiten. So schwer es mir fällt und so sehr ich die Rennen vermissen werde. Training ja, aber Rennen nein. Wieso? Meine PBs liegen weiter fernt. Bei den M55! etwas zu erreichen ist auch nicht der Hit. Schlüssel war die Bestellung meiner neunen Rennschuhe. Für Rennschuhe braucht es Rennen. Und ... ich habe die M55-Situation nicht ganz richtig eingeschätzt. Dazu später mehr.

Nun zum Kerzerslauf. Schon im Vorfeld hatte ich den Eindruck, dass alles nicht ganz rund läuft und ich musste mich darauf einstellen "konzentriere dich auf das Wesentlich". Das Moto musste ich überraschen oft anwenden. Es fing bereits bei der Planung der Anreise an. Ich habe mich entschlossen mit dem Auto nach Kerzers zu fahren. Schliesslich habe ich das bereits zig-mal gemacht und ich war mir bewusst, dass ich vom Parkplatz einen weiten Weg bis zur Garderobe haben werde. Auch wenn der Anreiz einer "gratis" Anreise per ÖV ein grosser Anreiz war, ist in Summe für mich das Auto immer noch die beste Anreisevariante. Nun war diesmal der Parkplatz in Kerzers nicht mehr dort wo sonst, sondern an einer ganz anderen Ecke, in Mitten eines Ackers. Mein Auto im Acker! Schon da ist mir der Laden runter gefallen, danach eine ewiger Marsch bis ich endlich im Startbereich war.

Für das Rennen hatte ich mich auf sehr schlechtes Wetter eingestellt. Schade, es war die ganze Woche frühlingshaft schön und ausgerechnet auf den Kerzerslauf wechselt das Wetter auf eine Kaltfront. Denke positiv! Trotzdem, am Rennen ging mir endgültig der Laden runter. Ausser den asphaltierten Abschnitten war alles ein riesen Matsch. Ich mag es wirklich nicht, ich hasse es sogar! Viel lieber renne ich etwas langsamer als durch Pfützen zu gehen. Das hatte am Rennen dazu geführt, dass ich situativ fast stehen blieb und den saubersten Weg durch den Dreck suchte. Immerhin, nach dem Rennen hatte ich den Eindruck, dass ich einer der am wenigsten verschmutzen Läufer war :-)

Siegessicher habe ich mich auf eine Joggingrunde eingestellt und habe nicht mehr konsequent auf die Tube gedrückt. Weit gefehlt. Der AK-Sieg habe ich nur ganz knapp erreicht. Zum Glück war mir aufgefallen, dass mich ein Läufer auf den letzten Kilometer etwas "sonderbar" angeschaut hat. Optisch war der Läufer keine Konkurrenz, viel zu jung wie mir schien! Aber  man weiss ja nie und ich habe trotzdem darauf geachtet, dass ich zuerst in Ziel war. Zum Glück, er war in der gleichen Alterskategorie.

Auch wenn die Laufzeit von 55:29 nichts besonders ist, bin ich mit meiner Form sehr zufrieden. Viel mehr entscheidend ist das Laufgefühl. Nach sehr langer Zeit kann ich wieder dynamisch auf dem Vorfuss laufen. Es fehlt noch die Kraft um wirklich ganz schnell zu sein und über länger Distanzen zu bestehen. Es ist aber nur eine Frage der Zeit bis ich das hinkriege.

Nun freue ich mich auf die nächsten Rennen. Insbesondere auf den GP, da gibt es bestimmt wieder einen Showdown :-)


Sonntag, 22. Januar 2017

Bären Cross 2017

Gestern Samstag bin ich in die neue Laufsaison gestartet. Für mich war der Berner Cross ein Pizza-Rennen. Pizza, weil ich am Freitagabend gerne Pizza esse, dies aber vor einem wichtigen Rennen nie tun würde. Am letzten Freitag ass ich jedoch Pizza. Immerhin musste ich als STB-Mitglied auch kein Startgeld zahlen. Ein tolle Überraschung, für die ich sehr dankbar bin.

Mit den gefühlten minus 5 Grad und dem losen Terrain war für mich schon von Anfang klar, dass es nicht mein Rennen wird. Ich bin den Cross auch mehr als Training und um wieder einmal Rennluft zu schnuppern gelaufen. Weil es eben deshalb  "nur" ein Pizza-Rennen war, war auch meine Vorbereitung nicht ganz so seriös. Ich vergass das Rennshirt einzupacken und musste in der Trainingsjacke laufen. Auch die Schuhwahl war nicht optimal. Ohne lange zu überlegen habe ich meine Inov-8 Schuhe eingepackt. Auf Waldwegen und festem Schnee sind sie wirklich super und ich war eigentlich überzeugt, dass sie auch im Schnee sehr gut funktionieren. Im Nachhinein muss ich sagen, die Nagelschuhe wären viel besser gewesen. Die Nagelschuhe sind etwas schmaler und gehen dadurch tiefer auf den Grund und mit den Nägel kann man richtig abdrücken, was mit den Cross-Schuhen nicht möglich ist. Ich musste kleine Trippelschritte nehmen und konnte nicht voll durch ziehen. So braucht es schon viel mehr Kraft und ist deutlich langsamer.

Muskulär bin ich extrem fit und mit meinem Formstand bin ich in Relation der Vorsaison-Zeit ebenfalls sehr zu frieden. Daraus liesse sich noch viel machen. Einzig die Ziele fehlen mir immer im Moment noch. Am Cross bin ich ja Zweiter geworden. Beim Durchsehen der Rangliste ist es schon sehr deprimierend, bis fast ans Tabellenende durch zu blättern, bis endlich die erwartete Rangliste erscheint. Ich fühle mich noch überhaupt nicht so alt, aber leider muss ich mich damit abfinden.
Heute habe ich an einem Familienfest festgelegt: ich will nach Kuba gehen!!! Hat halt nichts mit Laufen zu tun, aber im Moment ist es mein Jahresziel.


Dienstag, 1. November 2016

Swiss alpine Marathon Luzern SM


Im Ziel angekommen fragte ich mich „wieso tust du dir das an?“. Der Luzern Marathon war nicht ganz so einfach wie ich mir da vorgestellt hatte und ich musste in mehreren Belangen ziemlich kämpfen. Meine Idee war, dass mit der guten Vorbereitung im Sommer und den tollen Ergebnis an den Halbmarathons, eigentlich auch einen Marathon schaffen sollte. Natürlich fehlten mir die umfangreichen Longjoggs und ich musste mich mit den drei lagen Läufen begnügen, die ich in den sechs Wochen Vorbereitungszeit noch machen konnte. Das Rennen ist dann auch so verlaufen. Bis etwa Kilometer 28 konnte ich ganz locker laufen und war überrascht ab der schnellen Pace. Ich hatte keine Abschnittszeiten geplant und auch kein Zeitplan mitgenommen. Ich bin einfach nach Gefühl gelaufen und habe ab und zu auf die Tempoanzeige der GPS-Uhr geschaut. So zwischen 3:40 und 3:50 min/km war nicht schlecht. So richtig zusammengefallen ist das Tempo erst ab KM 37. Da waren die Batterien leer und die Beine schwer.
 

Die Geschichte mit dem Gel
Ich habe bei den Marathons immer kalte und gefühllose Hände. Da kann ich nichts machen. Deshalb ist die Verpflegung immer ein Angstszenario. Es ist schon oft vorgekommen, dass ich mit dem klammen Händen die Gelpackung nicht öffnen konnte. Das weiss jeder, dass man das nicht tun soll, ich habe trotzdem zum ersten Mal die Gels von Winforce eingesetzt ohne sie im Training auszuprobieren. Die Verpackung schien mir gut zu sein und die Geschmacksrichtung Banane war auch vielversprechend. Bei der ersten Verpflegung war ich schon etwas nervös und siehe da: ich konnte die Packung problemlos aus der Hose fischen und öffnen. Die Banane schmeckt gut und auch die Konsistenz ist super. Nicht das ultrasüsse und klebrige Zeug wie bei den anderen Gels.

Gelassen sah ich der zweiten Verpflegung entgegen. Der zweite Gel, diesmal Geschmack Haselnuss, öffnete sich nicht richtig. Es kam nur ein dünner Gel-Wurm aus der Packung. Ich habe daran rumgedrückt und gezogen, es hat aber nichts geholfen. Es dauerte deshalb eine Weile bis ich das Gel verdrückt hatte. Ich musste deshalb auch immer wieder ohne Arme laufen, was mir auf die Dauer den Rhythmus gebrochen hat. Das Manöver hat mir ziemlich zugesetzt und ab da habe ich mich nicht mehr richtig erholt und wurde im langsamer. Trotzdem, von den Winforce-Gels bin ich immer noch begeistert und werde sie weiter verwenden.

 

Die Geschichte mit den Gegner
Hauptziel war ja möglichst die Alterskategorie gewinnen. Zeit und so waren eigentlich nebensächlich. Deshalb gehörte zur guten Vorbereitung auch, dass man sich mit den möglichen Gegner auseinandersetzt. Von Marco und Roger wusste ich, dass ich auf sie achten muss. Neu war Isidor Christen in meiner Kategorie. Er läuft super Ergebnisse, aber sorry, ich habe ihn bisher nicht gekannt. Am Hallwylersee-Lauf hat er mir auf den 10km über eine Minute abgenommen. Am Marathon ist er sehr schnell gestartet und es dauerte bis Km 10 bis ich ihn „gefunden“ hatte. Blöderweise musste ich an ihm vorbeilaufen, damit ich ihn erkennen konnte. Vermutlich hat er ebenfalls auf mich geachtet und war ab da gewarnt. Jetzt musste ich schauen, dass ich für die zweite Runde möglichst etwas Vorsprung habe damit er mir nicht anhängen kann. Ich bin dann auch etwas früher auf die zweite Runde, mit dem Wissen, dass Isidor nicht viel hinter mir ist. Als das Klatschen der Zuschauer hinter mir immer näher kam, wusste ich er kommt. Auf das Tempo drücken und Flucht nach vorne half nichts, er kam trotzdem immer näher. Zu meiner grossen Erleichterung war es nicht Isidor sondern ein anderer jüngerer Läufer. Ich hätte Freudensprünge machen können.
 

Resultat
Für den Luzern Marathon brauchte ich 2:44.39. Keine super Zeit aber für diese Stecke bin ich zufrieden. Immerhin habe ich auf Oliver Rubén nur eine Minute verloren und es hätte sogar bei der M45 zum Kategoriensieg gereicht.


Freude habe ich auch an der Teamwertung. Mit smrunMEN 1 also Kollegen von smrun holten wir ebenfalls eine Medaille, die Bronzene.

 

 

PS - Das Schoggichüeli ist mein Preis (sonst nix) schon sehr sparsam

Sonntag, 16. Oktober 2016

Hallwylerseelauf - es war sehr schwer

Die harten Trainings der letzten Woche habe ich wie erwartet zu spüren bekommen. Gefühlsmässig schien es mich am Rennen fast zu zerreissen. Mit jedem Schritt musste ich kämpfen damit das Tempo nicht zusammenfällt. Schlussendlich bin ich das Rennen fast im Marathon-Tempo gelaufen. Die Umstellung des Trainings auf die lange Distanz macht sich bemerkbar und ich falle schon fast automatisch in den Marathon-Tritt. Nicht 10km würdig! Aber ich kann dieses Tempo sehr lange halten. Das ist das Gute und war ja auch das Ziel meiner Marathon-Vorbereitung. Besonders erfreulich ist, dass die Beine und Fussgelenke diese harte Belastung sehr gut verkraftet haben.
Weniger Freude hatte ich an meiner Zeit. 35:41 Minuten sind nicht gerade berauschend und es mag mich schon etwas, dass ich bei den Überfünfziger nur Zweitschnellster war. Da es bei diesem Rennen keine Alterswertungen gab, war es weniger schlimm und ich habe mich bereits während dem Rennen damit abgefunden. Es bleibt aber trotzdem die Frage offen, war ich effektiv wegen dem harten Training so langsam, oder vielleicht doch weil ich es mit dem Essen nicht mehr so genau genommen habe und seit meinen Halbmarathon-Highlights 2kg zugelegt habe. Ich konzentriere mich auf die Version mit dem harten Training als Ursache, werde aber in den verbleibenden zwei Wochen noch etwas Abspecken müssen. 
Ein weitere Grund für "nur" zweitschnellster 50er ist die Streckenführung. Als angesagter Langsamstarter (bzw. die anderen sind meist viel zu schnell) liegt es mir nicht, gleich die ersten 2 Kilometer voll bergab zulaufen. Aus Angst die Fussgelenke zu überlasten konnte ich nicht vollständig Gas geben. Wenn im Finish dann auch noch die Kraft fehlt ist es logischerweise zu Ende mit einer schnellen Zeit. 

Ich bin den Hallwylerseelauf das erstmal gelaufen. Er stand schon lange auf meiner Wunschliste, lag aber immer etwas quer zu meinen Marathon-Vorbereitungen. Die Stecke ist noch speziell. Zuerst beginnt das Rennen mit einem Vorstart. Man läuft oder marschiert dann locker bis zum eigentlichen Start. Erst dann gehts richtig los und wie: Die ersten Kilometer geht es ziemlich bergab was die schnellen Zeiten erklärt. Dann geht es etwas flach bis dann ab der zweiten Streckenhälfte, die Stecke über schmale Naturwege zurück führt. Zum Laufen sind die Singletrails sehr schön auch wenn es ein paar happige Richtungswechsel hat. Für die Läufer im hinteren Feld sind die schmalen Wege vermutlich etwas weniger Lustig. Überholen kann man da praktisch nicht.

Heute freue ich mich über ein lockeres Training über 75 Minuten (80-85% max. Puls, also kein "Glauer") und dann werde ich mich am Nachmittag noch etwas aufs Velo schwingen. Vielleicht eine der letzten Möglichkeiten in diesem Jahr, eine Velorunde zu machen. 

Donnerstag, 13. Oktober 2016

Am Samstag den Hallwylersee-Lauf

Mein Trainingsplan für den Luzern-Marathon sieht für das kommende Wochenende einen 10km Testwettkampf oder ein vergleichbares Training vor. Ich kann problemlos alleine trainieren, aber Wettkampf im Training geht für mich nicht, da fehlen einfach zu viele Sachen. Also wieso nicht das Training mit vielen Konkurrenten machen? Auf der Suche nach einem geeigneten Rennen an diesem Wochenende bin ich auf den Hallwylersee-Lauf gestossen. Da wollte ich schon immer mal teilnehmen. Den Hauptlauf, ein Halbmarathon wäre zu viel gewesen. Zum Glück wird noch ein 10km-Lauf angeboten. Gesagt, getan, ich habe mich angemeldet. Blöderweise habe ich nicht gut aufgepasst und nicht beachtet, dass mir bei der Anmeldung Datasport den Halbmarathon als Defauld eingetragen hat. Also, ich bin jetzt zwar für den Halbmarathon angemeldet, werde mich aber vor den Start auf die 10km umteilen lassen.
Eine neue PB wird es am Samstag bestimmt nicht geben. Viel zu hart war die laufende Woche. Am Dienstag 15x400m auf der Bahn - am Mittwoch 25km ruhiger Dauerlauf - am Donnertag 55min lockerer Dauerlauf (es war schon mehr als Mitteltempo :-) und am Freitag noch einmal 50min mit 75 - 80% des max. Puls).

Für den Marathon am 30. Oktober sieht im Moment alles super aus. Nichts schmerzt (ausser wenn ich den ganzen Tag im Büro sitzen muss) und meine Trainingswerte sind wieder auf einem sehr hohen Niveau (Altersbereinigt :-)) ). Die Vorbereitung nehme ich nicht ganz so ernst wie sonst. Regelmässig ein Glas Wein oder seit neustem etwas Gin gönne ich mir und beim Gewicht lasse ich ein Plus an 3kg gegenüber den Herbstrennen zu. Normalerweise zählt beim Marathon jedes Gramm. Ich habe aber auch gelernt, dass es bei garstigen Verhältnissen (und die erwarte ich in Luzern) ein Vorteil sein kann, wenn man eine gute Schutzschicht hat. Das interessiert mich und ich will es mal ausprobieren. 3kg mehr, tönt aber schon nach viel, mein BMI ist aber immer noch knapp unter 20 also eigentlich kein Problem.

Mittwoch, 28. September 2016

Angemeldet für Luzern Marathon


Ich sage immer „es ist am schönsten etwas unvernünftiges zu tun“ oder anders gesagt, Prinzipien sind da um sie nicht einzuhalten J

Während meiner Verletzungspause habe ich mir vorgenommen, in diesem Jahr auf keinen Fall an einem Marathon teilzunehmen. Ein akzeptables Resultat schien damals unmöglich zu sein, geschweige die ganze Vorbereitungsphase, mit den doch recht hohen Belastungen, überhaupt durchstehen zu können.

Jetzt habe ich mich so gut erholt und es sind mir so tolle Resultate gelungen, dass ich mich entschieden habe, mich, trotz allen Vorsätzen, für den Luzern Marathon anzumelden. Es interessiert mich, welche Zeit ich laufen kann, nach dem ich in diesem Jahr mit Fokus auf Halbmarathons, ohne umfangreiche Longjoggs, trainiert habe. OK, es bleiben noch ein paar Wochen bis Luzern und ich werde das Training jetzt umstellen.  

Luzern habe ich gewählt, weil ich dort noch nie gelaufen bin, also kein Rennen gegen mich selber laufen muss, es ein eher langsamer Marathon ist, da spielt die PB auch keine Rolle, und es die Schweizermeisterschaft ist, es also doch etwas Besonders zu holen gibt.

 

Berlin Marathon

Am Wochenende war der Berlin Marathon. Der Sieger in der Alterskategorie M50 hatte eine Zeit von 2 Stunden 26 Minuten. Wahnsinn, das ist schon fast übermenschlich und kaum vorstellbar, dass ein „alter Mann“ so schnell laufen kann. Es waren übrigens alle Zeiten extrem schnell. Mit meinem jetzigen Potential wäre ich nicht einmal in die ersten Zehn gelaufen. Immerhin hatte ich den Berlin-Marathon ja auch schon in der AK gewonnen. Aber das sind jetzt ganz andere Dimensionen.

Sonntag, 18. September 2016

17.09.2016 Greifenseelauf

Ich fühlte mich sehr gut und war sicher dass, wenn nichts Aussergewöhnliches passiert, wieder eine schnelle Zeit möglich ist. Dass ich mit 1:15:56 sogar die 16er-Grenze knacke ist umso schöner. In Sarnen war mir das ja noch nicht gelungen. Allerdings hatte ich (ungewollte) Unterstützung von der schnellsten Frau. Nachdem ich sie schon etwas abgehängt hatte, sass sie mir auf dem letzten Kilometer wieder dicht im Nacken. Ich wollte mich nicht mehr einholen lassen und habe noch einmal alles gegeben (dafür sehen jetzt die Finisher-Fotos nicht so toll aus :-) ).
Eigentlich konnte ich den grössten Teil der Stecke von einer Unterstützung profitieren. Auf den ersten Kilometer hatten wir noch ziemlich Gegenwind und ich habe mich einfach an eine Gruppe gehängt. Kurz bevor die Stecke auf der anderen Seeseite zurückführt, ab da mit Rückenwind, lief ich zur vorderen Gruppe mit Oliver Rubén und Jorge Garcia. Ihnen konnte ich etwas bis KM12 knapp folgen. Dieser Schnellzug hat natürlich geholfen.
Schön war wieder dieses Gefühl des "Fliegens". Wobei auf den letzten Kilometer war es schon mehr ein "Kleben". Es hat mich interessiert ob ich effektiv langsamer wurde. Erstaunlicherweise nicht.

Die Alterskategorie habe ich wieder sehr deutlich gewonnen. Das ist natürlich sehr schön, es war ja auch mein Ziel und ich bin stolz darauf. Aber es ist schon ein bisschen schade, dass mir die ernsthafte Konkurrenz fehlt. Christian Zwicky wäre auf meinem Leistungsniveau. Er war angemeldet. Leider konnte er nicht starten.
Es hat mich interessiert, wie ich am Greifenseelauf in den vergangene Jahren abgeschnitten hatte. Dieses Jahr war ich sogar ein halbe Minute schneller als im 2014. Beim Blick auf 2013 hat es mir fast die Sprache verschlagen. Da lief ich 1:14:24 und war ebenfalls in der Kategorie M50. Eine Zeit die ich heute vergessen kann.

Ich habe mir Gedanken gemacht welches Rennen härter war? Sarnen oder der Greifenseelauf. In Sarnen war es sommerlich heiss, gestern waren mit 17 Grad ideale Bedingungen. Es hat gestern auch nicht geregnet, wie anfangs Woche noch prognostiziert wurde. Beide Stecken sind nicht flach. Sarnen hat etwas mehr Höhenmeter, die Steigung erst am Schluss wie am Greifenseelauf ist aber schon härter würde ich sagen. Schwer einschätzen ist auch den starken Wind gestern. Anfangs hat er spürbar auf das Tempo gedrückt. Dafür hatten wir einen Grossteil der Stecke Rückenwind.

Ein kleines Tageshighlight war, dass mich Tadesse Abraham vor dem Start gegrüsst hat. Da war ich bestimmt mindestens ein Kopf grösser :-)