Sonntag, 9. Mai 2021

55 Tage nach Verletzung

 In meinem Blog hatte ich schon mehrmals das Thema Verletzungen. Man möchte viel lieber über gute Lauferlebnisse und schnelle Rennen schreiben. Die Verletzungen sind leider eine unvermeidbare Nebenerscheinung des Laufens. Eigentlich der einzige Nachteil, wenn ich so richtig überlege. 

Nun denn. Wenn ich meine Verletzungen dokumentiere, kann ich später nachlesen wes passiert war, wie der Verlauf war und was geholfen hat. Vor zwei Jahren hatte ich schon Mal eine schmerzende Achillessehne. Eine langwierige Angelegenheit die einfach nicht heilen will und die Schmerzen so stark sind, dass man sie nicht einfach weg denken kann. 

Seit dem 15. März habe ich wieder das gleiche Problem. Die Schmerzen kamen bei einem extrem lockeren Training. Also nicht übertrieben oder so. Was etwas speziell war:

- An diesem diesem Tag war es eisig kalt (Bise)

- Ich war im Homeoffice den ganzen Tag gesessen. Das Zimmer war kalt und ich hatte kalte Füsse. und es war wieder einmal etwas stressig (etwas hat mich genervt)

- Am Tag zuvor bin ich seit langem wieder einmal auf den Hometrainer gefahren und hatte etwas mehr Watt eingestellt. 

Bei der letzten Achillessehnenverletzung hatte ich nach 56 einen Zwischenbericht gemacht (wie jetzt). Damals war die Verletzung noch nicht wirklich weg. Dann nach 68 Tagen, von einem Tag auf den anderen ging Joggen plötzlich wieder (10km). 

Heute habe ich 55 Verletzungstage. Die Sehne "zieht" immer noch etwas. Das ist vermutlich von meiner schnellen Velofahrt gestern. Das Wetter ist super und ich gehe auch heute aufs Velo und werde dann morgen etwas erholen. 

Stimmt die 68 Tageregel auch diesmal, sollte ich am 22. Mai wieder joggen können. ICH FREUE MICH. 

Heute in der Sonntagszeitung gelesen: Die Achillessehne ist die häufigste Ursache bei Fussbeschwerden. Es ist meist eine Überbelastung und nicht eine Entzündung, wie man oft vermutet. Jetzt kommt es: Der Grund ist eine asymmetrische Fehlbelastung durch eine Wackelbewegung des Rückfusses bei falschem Schuhwerk oder unebenen Böden. Schuhe! Klar, ich lief im Winter dauernd mit den Nike Pegasus. Die sind sowas von weich, aber auch wackelig. Mit demVaporfly wäre es noch einmal viel schlimmer. Dann auch das Velofahren. Es kann schon sein, dass der Rückfuss auf dem Velo anders oder eben ungewohnt belastet wird. 

Also ... nur noch 12 mal schlafen und dann ist wieder gut :-)


Mittwoch, 14. Oktober 2020

Samstag, 10. Oktober 2020

Hallwilerseelauf 10.10.2020

 Cooles Datum heute "10.10.2020"! Leider war das Rennen heute nicht so cool oder vielleicht viel zu cool. Jetzt wo ich schreibe scheint draussen die Sonne, jedenfalls teilweise. Heute Morgen in Kirchlindach leicht nasse Strassen aber gar nicht so übel. Unterwegs nach Beinwil am See sintflutartiger Regen. Auch vor dem Start hat es noch gegossen wie blöd. Solche Verhältnisse mag ich überhaupt nicht. Ich hatte schon überlegt, ob ich einfach wieder zurück nach Hause fahren soll. Meistens kommt es doch etwas anders als man denkt (im Positiven als auch in Negativen). Heute hat es während dem Rennen aufgehört zu Regen und daher war es nicht ganz so schlimm (oder doch?). Trotzdem habe ich schnell gespürt, dass ich bei dem garstigen Wetter nicht auf Touren komme werde, obwohl ich mich sehr fit fühlte und erfreulicherweise mit den Atmen keine Probleme hatte. 

Die ersten Kilometer nimmt man noch gelassen. Ich hatte Beat von Känel (der spätere Sieger) immer ein paar Meter vor mir. Das Rennen dauert ja bekanntlich etwas mehr als 21km. Auch mit einen grossen Effort, kam ich der Gruppe vor mir leider nie entscheidend näher und ab einem bestimmten Punkt schaltet man automatisch auf Durchhalten und forciert nicht mehr. Mit ein Grund oder sogar die Hauptursache war das Terrain. Die Strecke war nass, rutschig und es hatte viele Pfützen (zum Teil fast Überschwemmungen). Dann musste sehr viel auf Naturstrassen gelaufen werden. Nicht die schönen glatten wie beim Greifenseelauf. Um den Hallwilersee sind es oft Wege mit gröberen Steinen. Meine Lauftechnik ist dafür eher nachteilig und mit den Vaporfly wird es zusätzlich wackelig. Kälte, Rutschen und dauerndes Stabilisieren sorgten dafür, dass sich meine Füsse verkrampften und am Schluss hat es mich gleich drei Zehennägel gekostet. 

Ultimativ betreffend Rutschigkeit waren die extrem vielen Eicheln am Boden. Wenn man darüber läuft, sind sie wie Kugellager. Also Rutschen im Quadrat. 

Eine schöne Anekdote zum Schluss: Etwa 3km vor dem Ziel hat mich ein Läufer eingeholt. Ich fand es verdächtig und kämpfte darum, dass ich vor ihm im Ziel bin. Beim Nachfragen hat er mir bestätigt, dass auch er in der M50 läuft. Als ich ihn fragte, ob er gewusst hat, dass ich auch M50 bin, hat er geantwortet "man kennt die bekannten Läufer" 

Hier noch mein Ergebnis: Ich bin in 1h20.53 gelaufen (mein Ziel war unter 1:20h). Der 2. Platz in der AK geht in Ordnung. Beat, der Sieger, ist ein tolles Rennen gelaufen und mit den Bedingungen definitiv besser zurecht gekommen (Er hat keine Angst vor den Pfützen :-) ). Trotzdem hätte ich mir gewünscht, ihm den Sieg etwas schwieriger zu machen. 

Wie geht es weiter: Zurzeit muss man immer noch kurzfristig planen. Ich kann mir vorstellen, dass ich den Steinhölzlilauf rennen kann. Aber wenn die Verhältnisse wie letztes Jahr sind (vergleichbar mit heute) habe ich keine Lust. Das würde dann heissen "weclome back next year"

Für alle die es aushalten, noch ein Zehenfoto: 

Apropos, ich steche mit einer sterilen Nadel (am besten eine von einer Spritze) von vorne unter den Nagel. Bei einem gesunden Nagel wäre das eine Foltermethode aus dem düstere Mittelalter. Hat sich unter dem Nagel Flüssigkeit angesammelt ist das absolut kein Problem, man spürt gar nicht. Im Gegenteil, der nachlassende Druck ist fast eine Wohltat. 

Freitag, 9. Oktober 2020

Hallwilerseelauf morgen

Nach dem es um den Greifensee so gut gelaufen ist, hab ich mich entschieden, die Form auszunutzen und auch um den Hallwilersee zu laufen. Für das Rennen morgen fühle ich mich sehr gut vorbereitet. Die Tapering-Woche war erfolgreich und hat sogar ein paar PB's auf Strava ergeben. 

Eigentlich ist es ganz einfach. Ich muss so gut laufen wie es geht. Sind meine Konkurrenten in der AK schneller ist das so. Bin ich schneller habe ich natürlich grosse Freunde. Die AK ist 50+ und die Kategorienneulinge 8 Jahre jünger als ich. Da ist es eigentlich ganz normal, dass der eine oder andere schnellere Beine hat als ich. 

Morgen gibt es Blockstarts über den ganzen Tag verteilt. Pro Block sind es jeweils hundert Läufer. Ich wurde in den ersten Block eingeteilt und muss bereits um 9:15 Uhr ins Rennen. 

Die Wetterprognosen sehen wie ein schlechter Witz aus. Die zwei letzten Tag, besonders heute, waren super. Für morgen und nur für morgen haben sie Regen gemeldet. Das drückt schon etwas auf die Moral. Schade. 



Greifenseelauf Endergebis

 Nun ist auch da Endergebnis des Gerifenseelauf bekannt. Das Rennen war am Samstag ab ca. 20 Uhr zu Ende. 

Overall bin ich auf dem 15. Rang (nicht schlecht, oder?)

Meine Laufzeit hat natürlich nicht geändert. Immer noch 1.08:37 

 Bei der AK bin ich Erster mit etwas 6 min Vorsprung. 

Auf diesem Weg ganz herzlichen Dank an die Organisation des Greifenseelaufs. Unter diesen Umständen war es sehr aufwändig ein Rennen durchzuführen und es wird sich höchstwahrscheinlich finanziell nicht rechnen. Aber es war ein richtiges Rennen. Halt mehr wie ein  Einzelzeitfahren wie bei den Radrennen. Für mich war es war das Highlight des Jahres, mit Startnummer auf der Brust zu laufen. Es ist nicht das selbe wie beim Training, auch wenn das Training im Renntempo ist. 


Freitag, 18. September 2020

Greifenseelauf "The Special One" (17.09.2020)

 Endlich ging es wieder einmal rennmässig zur Sache. Die diesjährige Austragung des Greifenseelaufs war der Situation angepasst etwas anders als sonst. "The Special One" halt. Gestartet wurde in 15min Zeitblöcken, so war man das ganze Rennen alleine unterwegs. Eigentlich fast wie zu alten Velofahrerzeiten, als ich Einzelzeitfahren fuhr. Ich habe mich bereits während der ganzen Vorbereitung auf diesen Rennmodus eingestellt und früher, das darf ich glaube ich sagen, waren Zeitfahren ja eine meiner Stärken. 

Gelaufen wurde nicht auf der Originalstrecke sondern über schmale Wege dem Seeufer entlang. Ausser ein paar hundert Meter waren alles Naturwege. Immer auf und ab und mit sehr lockerem Boden. Die aufkommenden Bise machte das Rennen zusätzlich sehr hart. Auf Naturwegen ist es viel anspruchsvoller zu laufen. Man muss jeden Schritt extrem kontrollieren, der Fussaufsatz ist etwas flacher, es braucht mehr Kraft zum Stabilisieren und die Schritte werden kürzer. Ich konnte mein Tempo sehr gut halten. Einzig die kleinen steilen Rampen schaffe ich nicht mehr so elegant wie früher. Es hat mir jedes Mal den Rhythmus gebrochen. Dann haben mich auch die Distanzangabe auf dem letzten Kilometer verarscht. Es hatte ein Schild "1km to go" für mich das Zeichen mein Finale einzuleiten. Dann nach ca. 500m wieder ein Schild "1'000 m to go". Da war ich bereits etwas über paced und ging angeschlagen auf den letzten Kilometer. Blöderweise ging es noch einmal etwas aufwärts und voll in den Wind. 

Mit der Zeit von 1:08:39 bin ich sehr zufrieden. Ich hatte eine Zeit so um 1:12:00 erwartet. Meine Leistung kann ich am besten bewerten in dem ich Vergleiche mit anderen Läufer anstelle und da geben die Angaben bei Trackmaxx (Zeitnehmer) einiges her. Auf Jorge Garcia habe ich nur 1.5 Minuten verloren. Das macht mich stolz. Ins Ziel kam ich mit der drittbesten Zeit Overall (das hat und wird sich aber noch ändern). Bis KM15 war ich bis auf Rang vorgedrungen. Zwischen 10 und 15km war ich sehr schnell. Leider hatte ich wie bereits erwähnt auf den letzten drei Kilometer wieder zwei Ränge eingebüsst. 

Nike Vaporfly
Gelaufen bin ich in den schnellen Vaporfly. Zuerst hatte ich bedenken, die Schuhe der Naturstrecke auszusetzen. Sie sind mehr für Strassenläufe gemacht. Es ging überraschend gut und die Schuhe haben nicht gross gelitten. Es ist aber schon fantastisch damit zu laufen. Am liebsten würde ich sie unter das Kopfkissen legen :-)  Gerade bei solchen Strecken ist es wichtig, dass man den Laufstil immer etwas wechselt. Das gelingt mit den Vaporfly extrem gut. Die Aussensohle ist auf Schotter etwas rutschig. Gerne würde ich einen Vergleich mit anderen Schuhen, die etwas mehr Profil haben, machen.  Ich müsste also noch einmal laufen. 

Die "Rangliste" Stand Freitagmittag (das Rennen ist noch nicht abgeschlossen)




Sonntag, 6. September 2020

Marathon light Sarnen (1h30min Pacemaker)

 Im Nachhinein frage ich mich, wieso ich mir so grosse Sorgen gemacht hat das ich die 1h30 für den Halbmarathon nicht schaffen könnte. Irgendwie ist die Welt mit Startnummer eine andere. Im Training, habe ich eine 4:16min Pace aufgelegt. Konnte es gut halten aber ob es für 21km reicht? Ich war nicht sicher. Heute am Rennen war eher das Gegenteil das Problem. Ich war viel zu schnell. Teilweise hatte ich über eine Minute Vorsprung auf meine Tabelle. 

Ich habe gewusst, dass die Stecke ein paar Höhenmeter hat und das Rennen nicht linear gelaufen werden kann. Als Richtzeiten habe ich mein Rennen vor 4 Jahren genommen und einfach auf 1h 30min hochgerechnet. Nur, wenn man schneller läuft ist auch die Dynamik grösser. Dass heisst, die Steigungen werden im Verhältnis schneller gelaufen. 

Das Tolle an meiner Rennstrategie: ich konnte ich ein paar Läufer helfen, eine neue PB zu erreichen und auf den letzten Kilometer konnte ich ein paar Läufer zu einer Zeit unter 1h30 motivieren. Das Feedback im Ziel war durchwegs positiv. 

Beim Vorbereiten hat es noch etwas geregnet. Das Rennen selber war trocken. Zum Glück. 

Schuhe bin ich heute die Nike Zoom Fly 3 gelaufen. Die schnellen Vaporfly habe ich noch etwas geschont. Immerhin kostet ein Kilometer Vaporfly ein Euro. Es wäre ein teuerer Spass für einen Pacemaker geworden. Heute war ich erstaunt, wie viele Leute sich den Vaporfly geleistet haben (bei dem Preis). Beim Einlaufen ist aber auch aufgefallen, dass meisten die erforderliche Technik nicht beherrschen. Man muss schon extrem auf dem Vorfuss laufen. Es sieht komisch aus, wenn typische Fersenläufer das probieren. Für 21km reicht es wohl nicht.  Ehrlich gesagt musste ich selber über ein halbes Jahr üben, bis ich es hingekriegt habe.