Donnerstag, 18. August 2022

How to Trialrun Workshop

 Gestern war How to Trialrun Workshop mit dem STB. Hätte mir glaube ich auch gut getan 🧐

6. August 2022 Unfall und Out

Am Samstag 6. August 2022 hatte ich bei Training auf dem letzten Kilometer einen Unfall. Auf einen stark verwurzelten Waldweg bin ich gestolpert und so unglücklich gefallen, dass ich einen Trümmerbruch beim Fingermittelgelenk des Ringfinger der linken Hand (DIG IV linke Hand) geholt habe. 
Nach dem Sturz war der Finger komisch nach unten gekrümmt. Mein erster Gedanke: "Finger ausgerenkt". Ich hatte das vor langer Zeit schon Mal und wusste, dass ich den Finger möglichst schnell kräftig gerade ziehen muss. Tönt schlimmer als es ist. Der Finger tut bereits so weh, dass das Geradeziehen keinen Unterschied mehr macht (später hat mich die Ärztin dafür gelobt, weil ich das cool gemacht habe). 
Es war offensichtlich, dass etwas mit dem Finger nicht stimmt. Beim Abtasten spürte ich aber keine Bruchstelle und war deshalb optimistisch, dass es nur eine argen Verstauchung sei. Trotzdem habe ich mir zu Hause ärztlichen Rat geholt. Falls gebrochen, wird es ziemlich Schmerzen geben, war der Tipp.  Die Schmerzen waren zwar stark aber irgendwie doch zum Aushalten und eigentlich hatte ich keine Lust ins Spital in den Notfall zu gehen (ewiges Warten, bei einer solchen Bagatelle). 
Im Inselspital, dort arbeite ich seit zwei Wochen 😊 haben wir einen Personalärztlichendienst. Aus einen unguten Gefühl heraus, habe ich dort angefragt, ob ich zur Sicherheit den Finger kurz zeigen kann. Ich hatte schnell einen Termin und konnte den Finger röntgen lassen. Tja, auf dem Röntgenbild hat man den Bruch sehr gut gesehen. Die Buchstelle beim Gelenk sah aus wie die Wurzeln eines Baums von unten (schon wieder das Wort Wurzeln 😒  ) Einen Tag später am Mittwoch 10.08.2022 musste operiert werden. 

Die Operation war sehr kompliziert und dauerte 1-3/4 Stunden (ohne Vorbereitungszeit). Es wurde ein "Block" angelegt (Betäubung des ganzen Arms). Von der Operation selber habe ich nicht viel gemerkt. Es war fast schon wie Wellness. Ich konnte SRF3 hören (tönt banal, aber die Nachrichten und die Ansagen gaben mir ein Zeitgefühl) und ich hatte eine lässige, Luft befüllte Beinstütze. Dann habe ich mich mit dem Operationsmonitor abgelenkt. Bereits bei den Vorbereitungen hat der Monitor Alarm geschlagen weil mein Puls auf 48 abgesunken war. Für mich nicht aussergewöhnlich, da mein Ruhepuls bei 43-45 liegt. Während dem OPS war meine Ablenkung, den Puls wieder unter 50 zu bringen (ist mir ein paar Mal gelungen). Weil im Arm der Blutfluss gestoppt wurde, hatte ich gegen Ende des OPS fast nicht auszuhaltende Schmerzen im Arm. Erst als die Manschette gelöst wurde, ging es wieder besser. 

Bereits vor der Operation drehten sich meine Gedanken nur noch darum, wie das "Gestell" an meinem Finger wohl aussehen wird. Zum Teil sieht man da die schlimmsten Konstruktionen und auch die Bilder im Web waren alles andere als beruhigend. Nun, so sieht mein Gestell aus. Schmerzen habe ich heute fast keine mehr, ich muss einfach aufpassen dass ich den Finger nicht anschlage, dass tun immer noch ziemlich weh. Den Finger darf ich 2 Wochen überhaupt nicht bewegen und danach nur leicht und es darf nichts nass werden und ich muss die Pins alle 2 Tage desinfizieren lassen (Pins sind die beiden Drähte, die durch den Knochen gebohrt wurden). Büroarbeiten gehen problemlos und ich arbeite bereits wieder 100%. Einfach auf der Tastatur tippen geht nur mit dem Adlersystem. Fürs Duschen habe ich bereits den Trick raus (Plastiksack über die Hand und mit Klett abschliessen). Echt mühsam, resp. "geht überhaupt nicht", ist Geschirr abwaschen, mit dem Messer schneiden und gut verschlossene Drehverschlüsse öffnen. Ich mag mich auch nicht abmühen und irgend welche Komplikationen riskieren. Joggen geht natürlich nicht so lange die Drähte noch drin sind und auch Velofahren geht wegen den Erschütterungen nicht. Ich könnte mit der linken Hand gar nicht bremsen. Achja, ich bin Linkshänder. Also geht auch schreiben nur extrem schlecht. Da ich schon immer gewohnt bin, viele Sachen mit der rechten Hand zu machen (z.B. Computermaus bedienen), gibt es auf der anderen Seite viele Tätigkeiten, bei denen ich überhaupt keine Einschränkungen habe. 
Die Drähte werden vermutlich bei der Konsultation am 21.9. entfernt. Wer weiss, vielleicht kann ich einen Tag später Joggen gehen 😀















 

Dienstag, 19. Juli 2022

Montag, 18. Juli 2022

Vogellisie-Lauf Adelboden (Berglauf SM2022)

 

Während meiner langen Verletzungspause im letzten Jahr war mein Traum "Es wäre so schön, noch einmal Schweizermeister zu werden" (in der Alterskategorie und natürlich nicht over all). In diesem Jahr fanden alle Strassen-SM's bereits im Frühling statt. Da war ich noch weit entfernt auch nur ansatzweise rennmässig zulaufen.

Beim Abchecken des Rennkalender stiess ich auf eine weiter SM in diesem Jahr. Dem Vogeleis-Lauf, ein Berglauf in Adelboden. Nun bin ich eher dafür bekannt, dass ich nicht bergauf laufen kann. Ich habe es ein paar Mal versucht (2x Jungrau, 3x Aletsch, 1x Blüemlisalp) aber der "Anstellwinkel" meiner Füsse ist auf Grund einer Muskelverkürzung nicht sehr gross. Deshalb muss ich bereits bei der kleinsten Steigung auf ganz auf den Zehn laufen. Ein paar Meter geht, wenn es aber "stundenlang" hoch geht, hat die Wadenmuskulatur und die Achillessehne keine Freude daran. 
Das Gelände in Adelboden ist mir etwas vertraut und ich vermutetet, dass der Lauf nicht so extrem Steil ist wie andere Bergläufe. Also sagte ich mir, wenn Du im Training rauf kommst ohne zu Wandern melde ich mich an. 
Gestern war das Rennen bei super Sommerwetter und besten Bedingungen (ich habe gehofft, dass es nicht regnet, auch wenn bei der jetzigen Trockenheit sich alle über etwas Regen freuen würden). 
Als Nichtbergläufer konnte ich das Rennen etwas gemütlicher angehen. In den steilen Passagen musste ich wie erwart bereits früh auf den Zehen laufen und verlor immer etwas Zeit. Umso mehr Spass hatte ich, wenn ich bei den flachen Stücken immer etwas beschleunigen konnte, auch wenn es nur ein paar Meter flach war. Erstaunlich gut lief es mir in der Steigung ab Geils. Da war es gerade so steil, dass ich knapp noch flach mit dem Fuss aufsetzten konnte. Das letzte Stück zum Hahnenmoos rauf, war dann noch einmal extrem happig. 
Vor dem Rennen habe ich mich besonders auf den letzten Abschnitt von Lavey bis Sillernbühl gefreut, ein wunderschöner, flacher Singletrail, richtig zum Speed machen. Beim Besichtigten dachte ich mir, da überholt mich garantiert niemand mehr. Deshalb bin ich etwas enttäuscht, dass mich gerade drei Läufer "gesoffen" haben. Zwei davon, die ich kenne und auf die ich achte. Es war schon überraschen wie schnell die andern runterlaufen. Meine Beine gaben einfach nicht mehr her. Die Wadenmuskulatur und die Füsse waren bereits im Alarmmodus. 

Mir ist aufgefallen, dass die anderen Läufer viel besser gedämpfte Schuhe trugen. Man hat sogar Nike Vaporfly gesehen. Ich bin die Salomon s-lab gelaufen. Ich mag sie, sie sind herrlich direkt, haben aber praktisch keine Dämpfung. Bei den trocken Verhältnissen gestern wären normale Strassenschuhe definitiv die bessere Wahl gewesen. Ich vermute das meine flachen Schuhe auch der Grund sind, wieso ich auf meinem Lieblingsabschnitt nicht mehr so gut lief.

Blöd, ich hatte zu Hause noch überlegt, ob ich meine Vaporfly ins Gepäck nehmen soll. Notfalls hätte ich sie im Auto lassen können. 

Auf das Podest der Alterskategorie hatte ich ehrlich gesagt etwas spekuliert. Dass es sogar zum ersten Rang reicht, hätte ich nicht unbedingt erwartet. Zumal die Teilnehmerzahl wegen der SM nicht klein war. 
Mein Traum, noch einmal eine SM-Medaille zu gewinnen habe ich erreicht. Das es eine Bergmeisterschaft war macht den Erfolg für mich einzigartig. Auch wenn es viel Spass macht und das Naturerlebnis viel grösser ist als bei einem Strassenlauf werde ich auch weiterhin Bergläufe nur als Training machen. 



Montag, 16. Mai 2022

Sonntag, 15. Mai 2022

GP Bern 🥵

 

Vor einem Jahr als ich mit der Sehenentzündung keine hundert Meter laufen konnte schien es fast unmöglich wieder einmal an einem GP aufs Podest zu laufen. Meine Freude ist riesig, dass ich es gestern geschafft habe und zwar ohne grossen Einbruch. W as mich am meisten freut, dass mir heute, einen Tag nach dem Rennen die Sehen überhaupt nicht schmerzt, obwohl die Belastung gestern doch extrem hoch war. 

Wie gewohnt habe ich auf den ersten 8km ziemlich gelitten. Erst sehr spät beim Münster fing es richtig an zu laufen und der Aargauerstalden ging überraschend gut. Wobei mir Maja Neuenschwander am Aargauer sehr geholfen hat. Sie hat mich in ihren "Windschatten" quasi den Stutz rauf gezogen. Das es auf den ersten Kilometer noch nicht so richtig läuft, hatte ich schon immer. In diesem Jahr war es schon sehr ausgeprägt. Vielleicht war auch die Hitze ein Grund dafür. Normalerweise habe ich kein Problem damit, im Gegenteil. Gestern ist man beim Marzili in eine richtige Hitzewand gelaufen. Normalerweise mache ich einen grossen Bogen um die Duschen unterwegs. Das Wasser ist zu kalt und ich kriege fast einen Schock. Ich muss dann immer nach Luft schnappen. Dann mag ich auch nicht nasse Schuhe. Gestern war es anders, da habe ich die Duschen richtiggehend gesucht und sogar zweimal einen Trinkbecher geschnappt (wieder nicht ohne zu verschlucken). 

Etwas Stress hatte ich, als mich irgendwo nach der Monbijou-Brücke ein Läufer überholt hat, der nach meiner Einschätzung sehr gut in meine Alterskategorie gepasst hätte (nur wenige graue Haare). Stutz-auf war der Kerl immer etwas schneller als ich, dafür konnte ich ihn auf dem Flachen wieder ein und überholen. Am Aargauer war er wieder vorne. Danke Maja war mein Rückstand nicht all zu gross und auf dem letzten halben Kilometer hatte ich wieder den Tempovorteil (ich habe extrem gelitten und dort steht immer ein offizieller Fotograf). Am Schluss war der Stress umsonst. Der andere Läufer war nicht in meiner Kategorie.  

Wahnsinnig Freude habe ich an den Laufschuhen. Die Nike Vaporfly sind einfach der Hammer. Es ist nicht nur dieser faszinierende Abdruck, es ist das ganze Laufgefühl das hervorragend ist. Ob es rauf, runter oder flach geht. 

Die Schuhe zeigen mir auch, wo es an meiner Form noch fehlt. Ich habe keine richtigen Tempoläufe gemacht weil ich immer Angst hatte, die Sehen wieder zu überlasten. Deshalb fehlt mir auch die Tempofestigkeit. Auch deshalb weil ich bei Renntempo etwas anders Laufe als beim Rumjoggen (ist logisch). Also ab jetzt wieder etwas mehr Tempoeinheiten. 

Meine Laufzeit ist 1:03:16. Nicht berauschend aber auch nicht endtäuschend. Immerhin hat es für den ersten Platz in der AK gereicht und bei den 55er hätte ich knapp das Podest verpasst. 

Leider weiss ich immer noch nicht, ob mein diesjähriger Leistungseinbruch auf das Alter zurückzuführen ist oder ich einfach nach der Verletzung noch nicht soweit bin. Wie erwähnt kann ich überhaupt erst seit einer Woche wieder ein Bisschen Renntechnik laufen. Nun denn ... ich schaue ob es in der nächsten Zeit noch ein interessantes Rennen gibt, sonst muss ich bis in den Herbst warten.



Donnerstag, 12. Mai 2022

Schwein gehabt

 Phu, Schwein gehabt! Am Sonntag habe ich ein letztes längeres Training vor dem GP absolviert. Wobei nichts Spektakuläres. Eine Runde die ich schon zig-mal gelaufen bin. Beim Laufen selber war alles in Ordnung. OK, wieder einmal die Tempovorgaben nicht eingehalten (zu schnell). Nach dem Training beim Duschen spürte ich plötzlich eine leichte Zerrung ... nein, nicht schon wieder ... in der rechten Achillessehne. Danach volles Programm: Massieren mit allen möglichen Mittelchen, Black-Roll, meine bewährte Nadelrolle (muss ich auch mal beschreiben), Dehnen auf keinen Fall, Kompressionssocken und Beine hoch lagern. Zum Glück ist nichts passiert. Am Montag absolute Ruhe und am Dienstag konnte ich bereits wieder locker trainieren. Äm, locker ist nur die halbe Wahrheit. Es dauert nicht lange und da war ich schon wieder auf Renntempo. Nur kleine Abschnitte. 

Die ganze Woche bin ich mit den Nike Vaporfly oder verwandten Schuhmodellen gelaufen, um mich an das Laufgefühl zu gewöhnen. Heute habe ich sogar zum ersten Mal meine neusten Racer ausprobiert. 


(ich habe übrigens nicht so breite Füsse. Es ist eine Verzerrung durch den Fotowinkel).