Sonntag, 9. Dezember 2018

Ich bin wieder da

Eine Verletzmeldung als letzter Blog-Eintrag macht sich nicht so gut. Zumal es mir wieder besser geht. Ich habe keine Schmerzen mehr. Naja, den Rücken und der Hüftgürtel spüre ich noch etwas, aber nicht mehr schlimm und nicht besorgniserregend. Die Form ist jetzt natürlich ganz unten, dafür das Gewicht ganz oben. Immerhin kann ich wieder trainieren. Heute bin ich 22km bei orkanartigem Wind gelaufen. Mit Rückenwind kamen die Beine fast nicht nach und bei Gegenwind war es fast Krafttraining. Aber es bewegt sich wieder etwas. 
Viel Spass machen mir meine Nike-Laufschuhen. Jawohl, ich bin wieder bei Nike gelandet. Die neuen Modelle sind nicht mehr so voluminös und ich kann sie sogar eine halbe Nummer kleiner kaufen. Jetzt sitzen sie wie angegossen. 
So wie es mir geht, ist es nicht überraschend, dass wieder erste Gedanken, ein Rennen zu laufen, da sind. GP von Bern vermutlich eher nicht mehr. Zu gross die Frust beim letzten Mal und bei diesem Rennen ist der Druck besonders hoch. Mein Schwager Toni hat mich auf die 20km von Brüssel angesprochen. Ein sehr schönes Rennen im Frühling. Ich bin es noch nie gelaufen und hätte keinen "Zeitdruck" Zudem wären ein paar Tage in Brüssel natürlich der Hammer. Belgische Schokolade selbstverständlich erst nach dem Rennen. Nun überlege ich mir ob ich in Brüssel starten soll und als Vorbereitung das eine oder andere Rennen in der Schweiz laufen soll, ganz ohne Druck. 

Sonntag, 28. Oktober 2018

Hilfe, ich brauche einen guten Physio

Eigentlich gibt es nichts Neues zu berichten, ausser das ich immer noch verletzt bin. Laufen geht unter deutlichen Schmerzen nur etwas 2 Kilometer. Es ist schon frustrierend wie lange das jetzt schon dauert. Motivation und Form sind völlig dahin. Ich mag gar nicht mehr darum kämpfen. Immerhin, ich hatte letzte Woche Ferien und bis mehrmals bis max. 6 Stunden gewandert und hatte absolut keine Schmerzen. Einfach Rennen will überhaupt nicht gehen.

Wieso ich dennoch in den Blog schreibe? Es ist halt schon sehr praktisch wenn man die ganze Geschichte später einmal nachlesen kann. Heute schneit es, es ist kalt und ich kann eh nichts unternehmen. Ich habe genügend Zeit um nachzulesen wie es mir bei meinen letzten Verletzungen so ergangen ist. Interessanterweise gab es bei den langwierigen Fällen nie die gleiche Schmerzzonen (aber vielleicht die gleiche Ursache). Eine Gemeinsamkeit fällt auf: es wurde immer erst besser als ich entschied zum Arzt zugehen. Es scheint auch diesmal der einzige Weg zu sein. Nun suche ich einen cleveren Arzt und natürlich einen guten Physiotherapeuten oder Therapeutin. Das ist leider nicht so einfach, weil alle gerne helfen, aber nicht jeder versteht wirklich etwas davon. Ich musste bereits früher etliche sinnlose Therapien über mich ergehen lassen, die vielleicht einer unsportlichen, esoterisch orientierten Person helfen, bei mir war sie wirkungslos und nur "heraus geworfenes Geld".

Samstag, 22. September 2018

Greifenseelauf - leider wieder verletzt

Nachdem ich in Spanien hervorragend trainieren konnte und meine Form wieder erfreulich gut war, habe ich mich motiviert entschieden am Greifenseelauf zu starten. Das wäre heute gewesen.

Leider habe ich mich wieder einmal verletzt und muss zu Hause bleiben. Meine früheren Verletzungen waren meist aus "heiteren Himmel" gekommen, ohne das ich das Gefühl hatte, irgend etwas falsch gemacht zu haben. Diesmal ist schon klar, wie ich mir die Schmerzen in den Hamstrings geholt habe.
Zwei Wochen vor dem Rennen fand ich einen guten Zeitpunkt noch einmal ein lockeres und etwas längeres Training zu machen. Weil das Wetter wunderbar schön war zog es mich in die Berge. Ich wollte im Gurnigel-Gebiet eine 24 Kilometer Runde laufen und hatte dafür etwa 2-1/2 Stunden geplant. Leider hatte ich nach dem Morgetepass die Abzweigung auf einen Wanderweg nicht gefunden und bin viel zu weit ins Tal hinunter gelaufen. Am einfachsten war, einfach nach dem Weg zu fragen. Der Senn gab mir einen sehr schlechten Tipp und schickte mich über einen Steilhang den ich auf allen Vieren erklimmen musste. Schon von weitem warte am Ende eine aggressive Gruppe Schutzhunden auf mich. Aus den geplanten 2-1/2 Stunden wurden schlussendlich 4 Stunden. Ich hätte bereits früh eine Abkürzung nehmen können, doch der Kopf gab es nicht zu und ich bin trotzdem die ganze Strecke gelaufen. Vom langen Runterlaufen hatte ich Tage danach ziemlich Muskelkater. Ich konnte fast nicht mehr die Treppe runter gehen und wurde sogar gefragt ob ich Hilfe brauche.
Und jetzt kam der fatale Fehler, denn ich mir gut hinter die Ohren schreiben muss. Trotz Muskelkater habe ich am Dienstag die Tempoläufe gemacht. Nur locker und nicht mit Maximaltempo. Wegen dem Muskelkater habe ich dabei unbewusst die Kraft mehr auf die hintere Beinmuskulatur gelegt. Das war für die Hamstrings einfach zu viel. Blöd ist, dass sich die Hamstrings nur sehr sehr langsam erholen. Da reicht eine Woche nicht.
Jetzt geht es mir schon wieder viel besser und ich kann locker Laufen. Für ein Rennen reicht es aber nicht und für einen Halbmarathon schon gar nicht.
Also: wieder verletzt - selber schuld - und etwas gelernt (in meinem Alter :-) )

Am besten ist es in solchen Situationen auf einen Plan B zu wechseln. Wenn ich mich weiter gut erhole werde ich nun anstelle des Greifenseelauf bei Murten-Freiburg laufen. Da war ich noch nie.

Dienstag, 17. Juli 2018

Wiä geits

Seit der Halbmarathon-Schweizermeisterschaft habe ich nicht mehr viel von mir hören lassen. Das will ich mit einem Zwischenbericht nachholen.
Nun ja, ich bin einmal mehr verletzt. Wieder eine leichte Zerrung. Diesmal am rechten Bein im Bereich Schollenmuskel und Achillessehne. Der Kreis ist nun geschlossen. Im letzten Jahr hatte ich die gleiche Zerrung am linken Bein. Es ging dann weiter über die linke Hüfte zur rechten Hüfte und jetzt die Vollendung, der rechte Schollenmuskel.
Auch diesmal kam die Zerrung quasi aus dem Nichts. Wobei nicht ganz. Am Sonntag zuvor hatte ich ein Doppeltraining. Am Morgen 2-1/2 Stunden auf dem Rennvelo und am Nachmittag noch einmal 1-1/2 Stunden mit Tim Joggen (wir hatten uns etwas in der Zeit verrechnet). Die beiden Trainings waren zusammen ein bisschen viel des Guten. Vor allem die Kombination Radfahren/Laufen scheint mir Schwierigkeiten zu machen. Nach dem Velofahren bin ich in der Muskulatur immer extrem gekürzt und danach zu laufen ist nicht ideal. Jetzt bleibt mir nichts anderes übrig als Abwarten und Tee trinken. Eine Woche habe ich jetzt gewartet. Leider war der erste Versuch heute noch nicht so gut. Wobei die Schmerzen jetzt weiter oben in der Wade sind. Schmerzen ist etwas übertrieben. Es ist mehr ein dumpfes Ziehen, dass sehr unangenehm anfühlt.
Die Zerrung habe ich mir am Tag nach der Anmeldung für den Greifenseelauf geholt. Ob das einen Zusammenhang hat? Noch ist nichts verloren und ich rechne damit, dass ich am Greifenseelauf wieder fit bin. Es bleibt ja noch etwas Zeit.
Zeit die ich gut gebrauchen kann. Ich habe wieder grosse Freude am Musikhören und deshalb meine Anlage ziemlich aufgerüstet. Es fehlen noch die neuen Verstärker. Sie sollten diese Woche kommen. Die ganze Beschaffung der Verstärker hat mich nervlich extrem belastet und sich bestimmt negativ auf meine sportliche Leistungsfähigkeit ausgewirkt. Die Verstärker-Story begann vor einem Jahr. Seither wurden die Liefertermine hundertmal verschoben. Als Befreiungsschlag war der Wechsel auf einen anderen Herrsteller gedacht. Leider war hier die Situation noch verrückter, weil es keine richtige Schweizer Vertretung gibt. Aber ja, diese Woche sollte es endlich klappen. Diese Woche kommt auch die neue Waschmaschine (ein weiterer Stressfaktor). Ich bin so froh und werde den Donnerstag mit Waschen verbringen. Seit zwei Wochen sitze ich auf einem schmutzigen Kleiderberg weil die 20ig-Jährige Maschine ausgestiegen ist und die neue Maschine auf Grund einer SAP-Umstellung beim Hersteller nicht ausgeliefert werden konnte.
Es sollte also jetzt alles wieder gute werden. Sonst werde ich diesen Blog in einen Hifi-Blog umwandeln :-)


Bis glie, Martin

Mittwoch, 30. Mai 2018

Halbmarathon Schweizermeisterschaft in Lugano

Es hat geklappt: „Wieder Schweizermeister!“
Diesen Spruch habe ich von einem YB-Fanartikel übernommen weil er gut zu meiner Halbmarathon Schweizermeisterschaft passt. Es ist ja nicht mein erster SM-Titel den ich am Sonntag geholt habe. Aber bestimmt einer der schönsten. Gerade weil ich nach den letzten Rennen nicht sicher war, ob ich überhaupt im Renntempo einen ganzen Halbmarathon schaffe. Ein erkämpfter Sieg ist immer schöner als wenn es einfach in den Schoss fällt.
Schon Tage vor dem Rennen hatte ich eine gute Vorahnung. Beim GP ging ja vor dem Rennen so ziemlich alles schief was schief gehen konnte. Ganz anders vor der StraLugano, da funktionierten auch die kompliziertesten Dinge ohne Schwierigkeiten und wie am Schnürchen. Deshalb konnte ich mit einem guten Gefühl und überhaupt nicht nervös an den Start gehen. Sogar das Wetter hat mitgespielt. Die erwarteten Gewitter blieben aus. Es war sommerlich warm bzw. schon etwas heiss, genauso wie ich es mag.
Die Strecke mit den zwei Runden und den vielen Kurven, sagte vermutlich auch nicht allen Läufer zu. Mir aber schon. Vor allem dank der leichten Steigungen war es möglich den Laufstil immer etwas zu verändern und etwas Kraft zu sparen.
Rechtfrüh im Rennen, war ich zwischen den schnellsten zwei Schweizer Damen „eingeklemmt“. Auf der einen Seite war es mir etwas peinlich mit ihnen mitzulaufen, auf der anderen Seite hatten sie ein gutes Tempo. Ich habe einfach versucht ihr Rennen möglichst nicht zu beeinflussen, allerdings ist mir das nicht ganz gelungen. Ein paar Mal habe ich das „Loch“ zu gemacht und der Abgehängten damit ev. etwas geholfen. Zu meiner Verteidigung war meine Unterstützung immerhin auf beide gleich verteilt.
Gemäss Startliste war mein grösster Gegner Marco Oberti, ein Tessiner. Von ihm weiss ich, dass er sehr schnell startet. Ich konnte ihn bereits früh einholen und war sicher, dass ich ab da die besseren Chancen hatte. Das Leben schwer hat mir Sigi Föhn gemacht. Mit ihm hatte ich nicht gerechnet. Er ist in der gleichen Alterskategorie wie ich und war nicht auf der Startliste aufgeführt. Ich habe ihn ebenfalls früh überholt, konnte mich aber sehr sehr lange nicht entscheidend absetzten. Ich hatte schon Angst, dass er mich wieder überholt. Dann wäre bei mir definitiv der Ofen aus gewesen. Auf der anderen Seite weiss ich auch, dass bei einem Halbmarathon auf den letzten Kilometer noch viel passieren kann. Zum Glück hat es Sigi vor mir aufgestellt. Ich konnte den Vorsprung ausbauen und ins Ziel retten. Auf den letzten drei Kilometer war bei mir ebenfalls „der Schuss raus“. Gar keine Kraft mehr und das Tempo auf einen 4er-Schnitt zusammen gefallen. Da zählt man am Schluss jeden Meter. 
Mit meiner Zeit von 1:17:36 bin ich recht zufrieden. Sie ist etwa 1-1/2 Minuten langsamer als meine Top-Zeiten vor zwei Jahren. Wenn ich daran denke, wie es mich auf den letzten Kilometer aufgestellt hat, liegen wieder besser Laufzeiten absolut drin. Die Hälfte habe ich ungefähr mit 37.5 Minuten passiert. Da war ich also noch auf Kurs. Auf der zweiten Hälfte bin ich dann doch deutlich lansamer geworden.
Die eine halbe Nummer kleineren Schuhe haben sich super bewährt. Es war ziemlich sicher der Grund, wieso ich bei den letzten Rennen nicht vom Fleck kam. Mit den kleineren Schuhen kann ich wieder richtig abstossen. Es fehlt mir zwar noch etwas die Kraft umso zu laufen, aber es wird mit jedem Tag etwas besser. Schon nur in der letzten Woche habe ich deutliche Fortschritte gemacht. Im Training konnte ich Tempos laufen, wie schon lange nicht mehr.
Als falsch hat sich meine Sockenwahl erwiesen. Eigentlich hatte ich gewusst, dass ich mit den X-Socks immer etwas Probleme habe. Am Morgen habe ich verschiedene Socken ausprobiert und mich dennoch für die X-Socks entschieden, weil ich mit ihnen etwas mehr halt hatte. Die X-Socks sind leider sehr feuchtigkeitsanfällig. Werden sie nass schrumpfen sie deutlich. Ein neu gekauftes Paar ist fast etwas zu gross, nach ein paar Waschgängen schrumpfen sie auf Kindergrösse. Das Gleiche passiert, wenn es beim Rennen sehr heiss ist, man viel schwitzt und womöglich noch Wasser über die Schuhe verschüttet. Am Sonntag nach dem Rennen waren meine Zehen ziemlich angeschlagen und an einer Stelle hat es vom Druck der Socken sogar eine Quetschung gegeben. Also nächstes Mal nicht in X-Socks. Etwas mehr Halt hin oder her.
Die Reise ins Tessin hat sich gelohnt. Das Rennen und die Strecke gefallen mir sehr gut und ich hatte über Airbnb, ganz zentral, eine gemütliches Zimmer gefunden. Lugano ist mit dem See halt schon sehr schön und an der Anzahl Ferraris könnte man meinen es gibt so dort gratis.
Irgendwie ist es jetzt auch etwas blöde. Jetzt wo meine Geschwindigkeit wieder kommt, ist die Frühjahrssaison vorbei. Bis im Herbst gibt es keine Rennen, die mich wirklich zur Teilnahme reizen. Vermutlich werde ich aber wieder die beiden Halbmarathon in Sarnen und Greifensee laufen.

Dienstag, 22. Mai 2018

New Balance - zu grosse Schuhe

Meine Lehre aus dem GP: Nicht so schnell den Kopf hängen lassen und die Pacemaker nicht beachten (von solchen Sachen lasse ich mich zu schnell aus dem Konzept bringen) und jetzt natürlich intensiv die Sprunggelenke trainieren (aber nicht übertrainieren, klar). Es ist nämlich so, dass ich fast ein Jahr mit zu grossen Schuhen herumgelaufen bin. New Balance ist ein coole Marke, hat aber bei den Grössen extreme Schwankungen. Die Modelle in diesem Jahr sind deutlich länger als die Letztjährigen. Man glaubt es kaum.
Letztes Jahr habe ich mit meinem ersten Paar meine "New Balance"-Grösse bestimmt. Ich hatte eigentlich den Eindruck alles passt. Zudem nehme ich die Schuhe lieber etwas grösser, damit ich ja nicht mit den Zehen touchiere. Bei diesjährigen Rennschuhen, war der Unterschied extrem. Bereits beim ersten Reinschlüpfen hatte ich den Eindruck die sind fast ein Centimeter zu lagen. Es ist mir auch aufgefallen, dass sich die Schuhe am Fussspitz extrem abnutzen. Beim Laufen war das Gefühl so, dass man meint, man müsse immer mit Kraft gegen die Sohle arbeiten. Auch ein Indiz. 






Kurz vor dem GP habe ich mir die gleichen Schuhe eine halbe Nummer kleiner zur Anprobe bestellt. Die sind jetzt so eng, dass ich nur mit den feinsten Socken reinschlüpfen kann. Auch mit dem Festziehen muss ich aufpassen. Es braucht praktisch keine Kraft. Das bin ich mir so nicht gewohnt. Beim Laufen sind sie schon recht satt am Fuss. Es ist halt ein Umgewöhnen. Dafür rutsche ich in den Schuhen nicht mehr und das ganze Abrollverhalten ist erstaunlich völlig anderes. Vorne habe ich etwa einen Centimeter Platz. Nach Theorie sollte es eingentlich aureichen. Auch gemäss Grössentabelle entspricht die Grösse meiner Fusslänge.
Für den GP hatte ich erwartet, dass mit den kleineren Schuhen auf einen Schlag alles besser ist. Die Angewöhnungszeit war aber viel zu kurz. Das Obermaterial konnte sich nicht meinem Fuss anpassen und mir fehlt noch die Kraft, wieder so stark auf dem Vorfuss zu laufen.


Heute Mittag bin ich ein Training mit den Rennschuhe gelaufen. Und siehe da, ich konnte relativ locker um 3:30 laufen. Am letzten Samstag wäre das noch der Traum gewesen.
Jetzt bin ich gespannt, ob ich am Sonntag die schneller Pace auch über ein paar Kilometer halten kann und ob danach noch alle Zehnnägel dran sind. Ich hoffe auf ein Wunder.


Apropos, beim Rumprobieren hatte ich den Eindruck, dass auch die alten Adidas Schuhe etwas zu lange sind. Ausser die Takumis, die passen immer noch sehr gut, sind aber auch etwas kürzer.




Bild vom GP. So sieht Anstrengend nicht aus :-)





GP Bern aufgegeben

Es war nicht mein Tag. Das erste Mal, dass mir an meinem Lieblingsrennen kein gutes Resultat gelungen ist. Ich bin extrem enttäuscht.
Bereits im Vorfeld ging alles nicht so wie ich es wollte. Ihr kennt dass bestimmt. Es sind die Tage wo man im Geschäft mit vollem Kaffeebecher über die Treppenstufe stolpert und den Kaffee über die ganze Treppe verschüttet. Das geht dann so weiter: beim Einkaufen fehlen die Produkte, die man dringend benötigt, dafür vergisst man die Hälfte der anderen Sachen einzupacken. Das ganz unterstrichen mit einem Einkaufswägeli mit kaputten Räder so das es einem fast die Schuhe auszieht, beim Versuch, mit dem Wägeli einigermassen gerade zu fahren. So einen Tag hatte ich am Freitag. Am Samstag nicht viel besser. Keine Ahnung was mir in den Sinn gekommen ist, dass ich viel zu früh ins Wankdorf gefahren bin und bereits zwei Stunden vor dem Rennen mit Einlaufen angefangen hatte. Ich habe mich um eine ganze Stunde geirrt. Anstatt wieder die Schuhe auszuziehen und irgendwo ruhig zu warten, bin ich die Stunde rumgestanden. Mit dem Ergebnisse, dass ich als es dann wirklich zum Einlaufen ging, verschwitzte Socken und gefühlsmässig ein Schwimmbad in den Rennschuhen hatte.
Die ersten Kilometer gingen eigentlich noch recht gut. Dachte ich zumindest. Bis mich der 1h-Pacemaker überholt und gleich stehen gelassen hat. Ziel war ja unter einer Stunde zu laufen. Der Pacemaker war inzwischen fast nicht mehr sichtbar. Bei KM 10 noch ein letztes Aufbäumen, aber ich kam dem Pacemaker nicht wirklich näher. Mit einer geschätzten Zeit weit über einer Stunde macht es keinen Spass, habe aufgegeben und ich bin locker Richtung Ziel gelaufen. Extrem enttäuscht und in den Gedanken rumhängen entschied ich, lieber nicht ins Ziel zu kommen, als mit einer so schlechten Zeit meine Rennkarriere beenden. Immerhin musst ich so nicht lange an Siegerehrungen sondern konnte rasch nach Hause gehen, was mir in diesem Augenblick am liebsten war. Dann wieder der Tag an dem alles nicht so läuft wie man will. Ihr kennt das von den Filmen, wenn bereits alles zerbrochen ist, steht man am Schluss noch alleine im Regen. Am Samstag buchstäblich. Bevor ich mit dem Velo nach Hause fahren konnte begann ein starkes Gewitter. Etwa eine Stunde musste ich in einer Eingangstür ausharren. Und weil es nicht aufhören wollte, musste ich trotz Regen losfahren und kam völlig durchnässt und unterkühlt zu Hause an. Mein Sohn musst mir aus den Kleider helfen und es dauert über eine Stunde, bis ich einigermassen bewegungsfähig war.
Wieso es am Rennen nicht gelaufen ist? Es ist das, worüber ich schon lange klage. Die Sprunggelenke wollen nicht mehr und es sind leider genau die Sprunggelenke die schnell machen. Mit dem Puls und den Beinen hatte ich überhaupt keine Probleme. Ich hätte sogar schneller laufen können, aber die Füsse wollten einfach nicht. Jetzt kann man wieder sagen das ist das Alter. Tatsächlich nimmt die Kraft in den Sprunggelenken im Vergleich überproportional ab. Aber so schlimm, dass kann doch nicht sein. Jedenfalls, macht Rennenlaufen so keinen Spass, auch wenn ich immer noch schneller bin als die meisten Gleichaltrigen. Es ist nicht das was zählt. So habe ich mich eigentlich entschieden, die Laufschuhe an den Nagel zu hängen. Ich habe einen passenden Nagel gesucht aber bis jetzt leider keinen gefunden.
Ins Grübeln kam ich beim studieren der Rangliste. Der Pacemaker war völlig unregelmässig unterwegs. Ein Läufer, der zum Zeitpunkt meiner inneren Aufgabe bei mir war, ist noch 59:30 gelaufen. Es hat mich interessiert, wie meine AK abgeschnitten hat und meine Zwischenzeiten verglichen. Bei KM 10 hatte ich weit über eine Minute Vorsprung auf den späteren Sieger. Beim Bundeshaus (KM12.8) hatte ich immer noch 46 Sekunden Vorsprung, obwohl ich da bereits massiv gejoggt bin (5er-Schnitt). Also, es hätte sich gelohnt trotzdem durchzuziehen und klar, unter eine Stunde hätte es nicht gereicht, aber trotzdem wäre der Sieg in der AK machbar gewesen.
Jetzt habe ich mich entschieden nächsten Sonntag trotz allem im Tessin die Halbmarathon Schweizermeisterschaft zu laufen. Der GP war ja ein gutes Training und vielleicht geht es am HM viel besser.