Freitag, 14. November 2014

Marokko und Berlin

Marokko
Nachdem schlechten Abschneiden am Müncher Marathon brauchte ich dringend etwas Erholung. Körperlich war ich zwar sehr rasch wieder auf der Höhe, schliesslich bin ich den Marathon ja nicht ganz voll durchgelaufen. Mental war ich aber schon ziemlich auf dem Tiefpunkt. Für solche Fälle wir ja immer der Aufenthalt an einem ruhigen, nicht hektischen Ort empfohlen. Als hätte ich es vorausgeahnt, hatten wir "für nach dem Marathon" Ferien in Maroko inkl. Wüstentripp gebucht.
Marokko war super und ich habe mich sehr gut erholt. Ich habe sogar den Dromedar-Ritt für Wüstenanfänger mit nur etwas Muskelkater an der Beinen überstanden und sehr genossen.


Berlin - ich komme
Das hätte ich nicht gedacht, dass ich mich breits eine Woche nach München für den nächsten Marathon anmelde. Es ging alles Schlag auf Schlag. Eigentlich wollte ich mich nur so zum Spass für die Verlosung der Startplätze anmelden. Da ich sowieso nie etwas gewinne, kann ich mich ja ruhig eintragen. Und siehe da, es ist wieder möglich sich über die Zeit zu qualifizieren. Sogar meine München-Fiasko-Zeit reicht locker und ohne Altersbonus zur Qualifikation. Die Startbestätigung habe ich zwar noch nicht erhalten, aber eigenlich sollte nichts schief gehen und ich bin in Berlin dabei. Mit welchem Ziel?? Da bleibt zum Glück noch reichlich Zeit um mir reichlich Gedanken darüber zu machen.





Montag, 13. Oktober 2014

München Marathon enttäuschend

Der Münchner Marathon ist wirklich ein sehr schönes Rennen. Er steht zu Unrecht etwas im Schatten von Berlin und Frankfurt. Gut, in München ist die Stecke nicht flach und es hat ein paar längere Steigungen. Dafür ist die Stecke sehr abwechslungsreich und im Streckenteil durch den Englischen Garten sogar richtig idyllisch. Die Stimmung ist vielleicht nicht so bombastisch wie in Berlin, dafür ist der Zieleinlauf ins Olympastadion erhaben. Wenn man bedenkt welche Sportgrössen an den Olympischenspielen über die gleiche Zielline gelaufen sind. Als die Olympiade in München stattfand war ich noch ein kleiner Junge. Trotzdem sind die Erinnerungen an den Anlass und natürlich auch an das Attentat immer noch gut in Erinnerung. Deshalb habe ich es auch doppelt genossen, nach dem Zieleinlauf auf dem Olympiarasen rum zu liegen. 

Vielleicht gerade deshalb, weil es ein toller Anlass war und auch die Vorbereitung hervorragend verlief, war ich ab meinem Resultat extrem enttäuscht. Es ist mir während der Vorbereitung kein grober Fehler passiert und auch die äusseren Bedingungen waren perfekt. Die Sonne schien und es war zwischen 8 (beim Start) und 18 Grad (im Ziel) warm, also ideal. Einzig über den Gel habe ich mich etwas geärgert. Die Tube von Sponsor lässt sich zwar ganz einfach mit den Zähnen öffnen, dafür hat man beim Trinken den Deckel im Mund resp. der klebrige Gel spritzt an den immer wieder zuklappenden Deckel und danach bei mir über die ganze Hand und übers Knie. 

Der Anfang des Rennens verlief noch nach Wunsch und ich konnte gut mein Tempo halten. Etwa ab der Streckenhälfte spürte ich, dass es nicht gut kam und das sonst gewohnte "über die Stecke fliegen" wollte sich einfach nicht einstellen. Irgendwann gab ich auf und joggte den Rest ins Ziel. Wenn das Gefühl fehlt, dass einem Richting Ziel zieht, dann wird jeder Kilometer zu Qual. Ich schaffte es nur, weil ich einfach stubit auf den Boden geschaut habe und mich gedanklich von allem Abgehängt habe. Es waren rein muskuläre Probleme. Der Puls und die Athmung waren ganz ruhig. Ich denke es ist soweit, dass ich mich auf andere Marathonzeiten einstellen muss. Ich bin überzeugt, dass wenn ich das Rennen auf eine 2 Std. 39 Zeit ausgerichtet hätte, wäre dies machbar gewesen (der Sieger der Alterskategorie hatte eine 2h39 Zeit). Ich wollte 2h36 anpeilen und wäre auch zufrieden gewesen, wenn es etwas darüber lag. 
Das die Alterskurve auch bei mir eintrifft war mir schon immer klar. Es ist einfach sehr hart, wenn man von einem Jahr zum andern gleich um 4 Minuten zurück geworfen wird, obwohl dieser Wert genau den Berechnungstabellen für die Alterszeiten entspricht. 
Für mich heisst das jetzt, die Zeit als Topläufer ist vorbei. Klar ist das jetzt etwas Frust, aber ich denke es ist mehr eine nüchterne Einschätzung der Tatsachen. Dass heisst jetzt auch nicht keine Rennen mehr zu laufen. Aber bestimmt nicht auf dem bisherigen Niveau. Ich muss mich auf neue Zeiten einstellen und da stellt sich natürlich die Frage, welchen Trainingsaufwand ich dafür investieren will.
Nochmals zum Rennen und das tönt jetzt komisch: ich war bereits nach dem Rennen gut herholt und spüre auch einen Tag danach nur etwas die Hamstrings und sonst nichts. Eigentlich ein Zeichen das ich nicht alles gegeben habe oder geben konnte. Bei den früheren Marathons erholte ich mich auch sehr schnell, aber ich spürte die Anstengung schon ein paar Tage. Was mir auch auffällt ist, dass ich nur die Hamstrings spüre. Sonst waren es immer die Waden und die Fusgelenke. Genau erklären kann ich mir das noch nicht. Es wird mich aber noch etwas beschäftigen. Wenn ich eine super Zeit gelaufen wäre hätte ich gesagt, genau so muss es sein. 

Hier noch für die Statistik mein schlechtes Resultat: 
Zeit: 2:43:01 
Rang 49 Overall und Rang 3 in der Alterskategorie


Liebe Grüsse aus München
Martin 




Freitag, 10. Oktober 2014

Im München angekommen

Die Reise nach München war wie die letzten paar mal, als ich mit dem Zug unterwegs war, wieder sehr stressig. Es begann am Morgen früh mit einer Meldung im Radio, dass die Bahnstrecke Olten-Bern unterbrochen sei. Nicht schon wieder! Die Erinnerungen an die schlimme Bahnfahrt an den Greifenseelauf  war noch zu präsent. Ich packte tempo-teufel alle Sachen und versuchte den früheren Zug zu erreichen, damit ich in Zürich den Intercity nach München nicht verpasse. Schon am Bahnhof Bern kam die Lautsprecherdurchsage, dass das Problem behoben sei und die Züge wieder normal verkehren. War ich halt etwas zu früh in Zürich, dafür war der Zug hoffnungslos überfüllt. 
Auch der Zug nach München war bis auf den letzten Sitz ausgebucht und ich hatte das Pech, dass mein Nachbar im Zugsabteil, ein viel Platz einnehmender Mensch war. Das Sandwich, dass ich eigentlich zu Hause vorbereiten wollte musste ich zusammen gequetscht auf den Beinen balancierend präparieren. Jetzt muss ich aufpassen, dass mein Laufblog nicht zum Bahnblog wird :-)

Mit meiner Unterkunft in München hatte ich grosses Glück. Ich habe ein Zimmer bei einer sehr freundlichen Familie und vom Haus zum Marathon-Start sind es nur gerade 300m 😊

Am Nachmittag habe ich die Startnummer beim Olympiastadion geholt. Es war schon sehr eindrücklich an einem so geschichtsträchtigen Ort zu sein. Als die Olympischen Spiele und das Attentat statt fanden war ich zwar noch klein, ich kann mich aber immer noch gut an dieses dramatische Ereignis erinnern. 

Der Tag war anstrengend und ich werde etwas früher zu Bett gehen. Gute Nacht.

Mittwoch, 24. September 2014

Schon wieder ein blauer Zehennagel



Tja, Pech!! Wieder ist der grosse Zehennagel blau angelaufen und ich habe keine grosse Hoffnung, dass er nicht abfällt.  Ein sehr blöder Zeitpunkt, so kurz vor dem Marathon. Obwohl ich eigentliche die drittletzte Woche vor dem Wettkampf noch einmal so richtig intensiv trainieren wollte, bin ich jetzt zur Zurückhaltung gezwungen. Wenn es noch schlimmer kommt, fällt der Nagel genau vor den Marathon ab. Dann ist die Zehe ungeschützt und sehr empfindlich. Damit wird ein entspanntes und schnelles Laufen sehr schwer. 

Weil der Zehen geschwollen ist, ist jetzt die Beweglichkeit des Fusses eingeschränkt und ich merke, dass ich beim Laufen bereits etwas anderes belaste. Jetzt hoffe ich, dass es nicht wieder zu einem leichten Hinken führt, wie das letzte Mal. Es hat fast ein Jahr gedauert, bis ich das Hinken wieder weg hatte.  Das ist auch der Grund wieso ich eine blaue Zehe um jeden Preis verhindert wollte. Jetzt dauert es wieder ein ganzes Jahr, bis der Nagel nachgewachsen ist.


In einem Blog habe ich von Viktor Röthlin gelesen, das er bei einem schlimmen Nagelverlust, durch eine Podologin einen künstlichen Nagel einsetzten lässt. Ich glaube, das werde ich auch machen lassen. Das Nagelbett sollte damit besser geschützt sein und der nachwachsende Nagel erhält eine bessere Führung. Bei meinem letzten abgefallenen Nagel war genau dass das Problem. Der Nagel wuchs nicht gerade nach und auf der rechten Seite hatte es immer eine Stelle die nicht mit dem Nagelbett verbunden war.

Sonntag, 21. September 2014

Greifenseelauf 2014 - ich bin wieder zurück!

Fast nicht an den Start geschafft 
Für einmal war nicht die anderen Läufer die grössten Konkurrenten, sondern die SBB. Wir waren bei der Anreise nach Uster, wie viele andere aus der Region auch, von der Leitungsstörung in Olten betroffen. Zum Glück hatten wir die Anreisezeit mit sehr grosszügig mit viel Reserve eingeplant und so reichte es trotz einem Riesenumweg über Basel, rechtzeitig an den Start. Wobei alles sehr hektisch und stressig war. Ich konnte mich erst fünf Minuten vor dem Start richtig auf das Rennen einstellen. Unterwegs hatten wir schon ausgemalt was passiert, wenn wir es nicht rechtzeitig nach User schaffen. Eine Variante wäre gewesen einfach in einem hinteren Startblock starten. Natürlich nicht ideal, aber da das Rennen für mich primär auch als wichtiges Training vorgesehen war, wäre es immerhin besser als gar nichts gewesen. Während wir festsassen ohne dass wir wussten wann und wie die Reise weiter geht, habe ich mich innerlich bereits auf den Plan B programmiert. Es war dann wie erwähnt nicht einfach, wieder auf den "normalen" Plan zurück zu wechseln. So gesehen, war es auch ein gutes Training fürs Krisenmanagement. Es kann immer wieder vorkommen, dass irgend etwas nicht so läuft wie es sollte und da bleibt tatsächlich nur die Möglichkeit ruhig Blut zu bewaren.

Ich bin wieder zurück!!
Das Rennen verlief sehr gut. Weil mir im Teilnehmerfeld die Anhaltspunkte durch andere Konkurrenten fehlte, habe ich auf den ersten Kilometer die Pace auf das Damenrennen ausgerichtet. Ich wusste das die letztjährige Siegerin schneller ist als ich und da macht es keinen Sinn bereits auf den ersten Kilometer sie zu überholen. Die Damen liefen dann leider sehr taktisch, was sehr mühsam war. Immer wieder gab es Tempogewechsel und die Stimmung war äusserst nervös. Es gab viele Rempeleien und ich wurde selber hart "gestöckelt" (Bein gestellt) und konnte einen Sturz nur ganz knapp vermeiden (meine Nase touchierte schon fast den Boden).
Als die Damen wieder einmal fast stehen blieben, hatte ich die Nase voll und bin mein eigenes Tempo vorab gelaufen. Da es immer wieder etwas zu Überholen gab, konnte ich mich sehr gut nach vorne orientieren und regelmässig und erstaunlich locker laufen. Die vergangene harte Trainingswoche hatte ich gut weggesteckt. Erst bei Kilometer 15 als die Stecke von den unbefestigten Wegen wieder auf Asphalt wechselte, hatte ich, wie übrigens viele andere auch, eine kleine Krise. Zudem wurde ich etwas später von der Spitze der Damen eingeholt. Mit der Kenianerin hatte ich früher oder später gerechnet. Dass Nicola Spirig auch dabei ist, war schon überraschend und hat mich doch etwas aus dem Konzept gebracht. Nicht dass ich Nicole nicht gut finde oder sonst ein Problem hätte, aber im letzten Jahr war ich halt noch schneller als sie und war ziemlich stolz darüber. Nicola mag ich die gute Laufzeit von Herzen gönnen und gratuliere ihr zur tollen Leistung. Zum Glück konnte ich mich wieder auffangen und bin den Rest des Rennens wieder sehr regelmässig gelaufen.

Die Zeit von 1:16:24 ist fast zwei Minuten langsamer als im letzten Jahr. Trotzdem bin ich sehr zu frieden mit der Leistung. Mit den 2 Minuten befinde ich mich in guter Gesellschaft. Verschieden Läufer, die ich als Vergleich nehmen konnte, waren alle deutlich langsamer. So z.B. auch die Siegerin des Damenrennens. Die Verhältnisse waren sehr schwierig und nicht optimal für Rekordzeiten. Es hat zwar nicht wie angekündigt geregnet. Aber die Temperatur um 23 Grad und ein Luftfeuchtigkeit über 80% waren wirklich nicht ideal.

In meiner Alterskategorie hat es mit Vorsprung zum Kategoriensieg gereicht.  Zur Zeit fehlt mir leider etwas die Konkurrenz. Ein paar gleich starke Läufer würde die Rennen wesentlich bereichern.


Boost - "the imperium strikes back"
Am Rennen bin ich die Takumis gelaufen. Für mich im Moment immer noch der beste und schnellste Schuhe für kurze Distanzen bis zum Halbmarathon. Für längere Rennen brauche ich doch noch etwas mehr Stützung.
Am Montag hatte ich nochmals locker mit den Adizero Agios Boost trainiert. Ich wollte noch einmal wissen ob es wirklich nicht geht und habe mich bemüht wie bei den Mizunos schön auf dem Vorfuss zu laufen. Die Quittung ist ein blauer Zehennagel und zwar wieder der grosse auf der linken Seite. Während der Woche hatte sich der Nagel wieder etwas erholt, aber bereits angeschlagen, habe ich ihm am Rennen den Rest gegeben. Er tut nicht sonderlich weh und ich muss den Nagel jetzt ziemlich schonen. Jetzt wieder einen Zehennagel zu verlieren wäre fatal und könnte das Ende der Teilnahme am Münchner Marathon bedeuten (ich weiss von was ich spreche). Jedenfalls wird es wieder ein Jahr dauern bis sich der Nagel komplett neu gebildet hat. Nun wandern die Boots aus Rache definitiv im Kerker bzw. im Heizungskeller.


Sonntag nach dem Greifenseelauf 35km gelaufen
Ausser der Zehennagelgeschichte habe ich mich sehr gut vom Rennen erholt und habe deshalb den Wahnsinn gewagt und bin heute eine Longjog über 35km gelaufen. Zwar sehr gemütlich im 4.45-er Schnitt. Noch etwas müde vom Rennen, fühlte sich der Schluss des Longjogs an, wie die letzten Kilometer eines echten Marathons. Nun hoffe ich, dass die Einheit einen guten Trainingseffekt ergibt.

Donnerstag, 18. September 2014

"Neues Leben" mit Mizuno und Saugony

Zugegeben am Anfang stand ich den Mizunos noch etwas kritisch gegenüber und wollte erst ein paar Trainings abwarten bevor ich mir eine Meinung bilde. In der Zwischenzeit habe ich zwei Modelle von Mizuno, ein Sayonara 2 für die gemütlichen Einheiten und ein Hitogami wenn es etwas schneller zur Sache geht. Mit beiden Modellen bin ich sehr zufrieden und erstaunt wie entspannt ich mit den beiden Schuhen laufen kann. Die Hüftprobleme sind beinahe weg und auch den Füssen geht es viel besser.

Die ca. 200km mit den beiden Mizunos haben sich bereits auf meinen Laufstil ausgewirkt. Bei den Adidas neigt man nach dem Fussaufsatz eher zum Ziehen. Bei den Mizunos ist es anders, da ist es mehr ein Abdrücken oder noch etwas euphorischer formuliert, ein nach vorne katapultieren (so fühlt es sich an,echt, ich schwöre). Keine Frage was schneller ist. Ich vermute es hat damit zu tun, dass die Adidas generell im Fersenbereich sehr weich sind. Im Gegensatz zu den wesentlich härteren Mizunos. Bei einem Vorfussläufer sollte die Härte der Fersenpartie eigentlich nicht so wichtig sein. Stimmt nicht ganz. Beim Vor- und Mittelfusslaufen setzt der Fuss flach auf. Also auch auf der Ferse. Entscheidenen ob Vor-, Mittel- oder Fersenläufer ist ja der Winkel des Unterschenkel beim Aufsetzten und nicht unbedingt welcher Teil des Fusses als erstes den Boden berührt.

Ende Boost
Mit Boost habe ich bis auf weiters abgeschlossen. Adidas ist da zu viele Kompromisse eingegangen, damit sie das Boost-Material in einen Wettkampfschuh gebracht haben. Das Ergebnis ist eine richtige Krücke und hat nichts mehr mit den schnellen und dynamischen Modellen zu Haile Gebrselassies Zeit zu tun. Scheinbar musste Adidas auf die Lunar-Sohlen des Erzfeind Nike reagieren und hat viel Geld in die Entwicklung des Boost-Marterial gesteckt. Die Ausgaben müssen wieder rein, koste es was es wolle. Jetzt sind die armen Läufer und Konsumenten gezwungen, ihren Deckungsbeitrag zu leisten.

Ich weiss noch als ich die ersten Adidas Laufschuhe gekauft habe. Ich hatte sehr grosse Vorurteile gegenüber Adidas. Adidas? ... das ist doch nur für alte Männer, Hip Hoper oder wird besonders bei Leute aus dem Balkan gesehen. Nach dem ersten Training mit den Adidas-Schuhen war ich völlig hinüber. Es war eine neue Welt. Viel besser und vor allem schneller als alles andere, dass ich zuvor an den Füssen hatte. Nun, so wie die Ironie des Lebens spielt, habe ich jetzt die gleichen Gefühlsausbrüche mit den Mizunos. OK, ich sehe es jetzt distanzierter weil etwas erfahrener bin als damals.

Meine Kritik zu den Boost-Schuhen
Ich habe mir in der letzten Zeit (während den Longjogs :-) ) sehr viele Gedanke zum Thema Boost gemacht. Was die Schuhindustrie verkaufen will funktioniert so nicht. Die Schuhsohle ist ja eine Art Feder. Nun hat jede Feder einen Wirkungsgrad. Das heisst, die Rückstellenergie ist immer kleiner als die zugeführte Energie (sonst wäre es ein Perpetuum mobile und der Erfinder steinreich). Also der Trick mit dem Katapultieren funktioniert nicht. Jetzt brauchen Wettkampfschuhe nur eine geringe Dämpfung. Also reicht eine harte Feder mit einer hohen Federkonstante und es braucht kein weiches "Sofas"mit grossem Federweg. Bei den Rennautos werden ja auch möglichst harte Federn eingebaut, weil der Konfort sekundär ist, aber auf kein Quentchen Performance verzichtet werden kann.

Nun zu den Kompromisse die Adidas aus meiner Sicht eingehen musste: Da das Boost-Material grundsätzlich sehr weich ist, braucht es viel Volumen. Deshalb haben die Boost-Schuhe auch diese bereiten und hohen Sohlen. (Oft streifte ich damit die Wade des anderen Beines und hatte ziemlich schmerzhafte Schrammen). Die breite Fersenpartie bewirkt, dass das eigentlich normale Pronieren zu einer übermässig starken Kippbewegung des Fusses führt, was auf die Dauer schmerzhaft und nicht unproblematisch ist. Die weichen Sohlen dämpfen nicht nur in Laufrichtung, sondern physikalisch bedingt immer auch auf die Seite. Das heisst der Fuss macht immer auch eine Seitwärtsbewegung auch wenn diese nur sehr klein ist. Das schwammige Laufgefühl war bei mir die Ursache für die Hüftprobleme.  Dann ist der Abdruckpunkt im Vorfuss zu wenig definiert. Da ich leider ein Senkfuss habe, wird der Druck auf das eh schon arg belastete Mittelfussköpfchen noch grösser. Die Hornhaut zwischen dem Zweiten und dem mittleren Zehn ist ein typisches Zeichen dafür.
Da zu allem auch noch das Obermaterial immer voluminöser wurde, ich kann die Laschen praktisch vollständig zusammen ziehen,  sind die Adidas Schuhe bei mir nun definitiv auf der Abschussrampe.
Die Aussagen gelten natürlich für mich persönlich und meine Problemfüsse. Aber wer hat schon perfekte Füsse? Und zum Glück gibt es Hersteller, die das besser können.

Boosts abzugeben
Also ich habe diverse Boost-Modelle im Heizungskeller, die ich nicht mehr brauche. Wer US-Grösse 12 hat und an den Schuhen interessiert ist, kann sie gerne haben. Sie sind nur wenige Kilometer gelaufen.

Jetzt kommt noch meine Geheimwaffe für den Münchner Marathon. Beim Rumschnuppern im 4-Feet Laden in Bern hat mir der Verkäufer ein paar Saugony Type A6 in die Hände gedrückt und gemeint ich soll die mal probieren. Und wau, die Dinger sind fantastisch. Extrem leicht, nur 180gr in meiner Grösse und trotzdem genügend Material, damit man auch einen Marathon übersteht. Das Obermaterial ist ebenfalls sehr leicht und schmiegt sich, kaum spürbar, an den Fuss an. Eine schnelle Zeit ist in München also vorprogrammiert.

Performance auf 346
Zur schnellen Marathonzeit reichen leichte Schuhe alleine nicht aus. Deshalb noch einen Blick auf meinen Formstand. Meine Performance ist nach der langen Durststrecke wieder bei 346 was für mich ein neuer Rekord bedeutet. Im Frühjahr war die Performance für den Zürich Marathon (nur) auf 330 und ich hoffe, dass ich die 350 noch erreichen kann.

Was genau der Wert für die Performance bedeutet habe ich noch nicht herausgefunden. Es sind einfach Vergleichswerte. Bei mir geht die Scale von 100 als ich im Frühling wirklich schlecht in Form war bis eben jetzt auf 346.

Samstag, 13. September 2014

Longjog mit Mizuno

Morgen möchte ich mit der Familie etwas in die Berge zum Wandern gehen. Das heisst ich werde keine Trainingseinheit absolvieren können. Statt dessen bin ich einen der so wichtigen Longjogs bereits heute gelaufen. Es war ziemlich taff, ein Tag nach dem gestrigen Freitagstraining über 12km im Marathonrenntempo gleich wieder eine harte Einheit zu laufen. Bei der einen, sehr steilen, Autobahnbrücke musste ich heute sogar ein paar Schritte gehen (ich bin immer noch kein Bergläufer). Die geplante Endbeschleunigung liess ich bleiben, weil sich ab KM15 das Ganze bereits  wie ein Marathon-Ernstkampf anfühlte. Ich sehe es aber nicht so dramatisch. Es war wie ein Krafttraining für die hintere Beinmuskulatur. Mit den Mizuno's laufe ich wieder verstärkt auf dem Mittel- und Vorfuss, was ja eigentlich gut ist. Die Kraft fliesst dabei mehr vom Schwerpunkt nach hinten. Mit den Adidas-Schuhe war es, ausser den ganz schnellen Takumis, mehr ein weites nach vorne ausholen und nach hinten ziehen. Nach der gängigen Theorie ist der "Mizuno-Stil" über die Dauer wesentlich effizienter.

Bereis ein paar mal ist mir eine Schimpftriade zu den Adidas Schuhen durch den Kopf gegangen. Zu negativ ist die Entwicklung für mich, in die sich Adidas im letzten Jahr bewegt hat. Wobei ich noch nicht ganz sicher bin, ob die (Adidas)-Welt wirklich so schlecht ist. Heute musste ich zum Beispiel nach 25km die Socken ausziehen weil sich wieder Schmerzen in den Zehen hatte (Schleimbeutelentzündung). Erstaunlicherweise konnte ich ohne Socken perfekt laufen. Ich überlege mir sogar, den nächsten Marathon ohne Socken zu laufen. Insbesondere die neusten Mizuno's haben im Schuhe keine Nähte oder Kanten mehr und können sehr gut barfuss getragen werden. Also im Moment sind die X-Socks der zweiten Generation (Speed run two) ein "no go". Sie drücken den Fuss im Vorfussbereich zu sehr zusammen und führen bei mir zu den Entzündungen im Zehenbereich.

Leider muss ich bereits wieder Schluss machen und muss die Adidas-Analyse auf nächste Woche schieben.